Schock in deutscher Marine nach Hormus-Plänen

Während Bundeskanzler Friedrich Merz in Frankreich gerade für die Räumung der Straße von Hormus große Pläne macht, reagieren die deutschen Seestreitkräfte nicht mit dem gleichen Enthusiasmus. Dort fragt man sich nämlich, wo der Bundeskanzler das notwendige Personal für die Militäraktion hernehmen will. Die Bundeswehr ist bereits bis zum Äußersten gestreckt, und man wundert sich, ob der Kanzler sich darüber im Klaren ist, dass neben dem Iran einige eher naheliegendere Bedrohungen für die deutsche Sicherheit bestehen. 

Russland immer noch Feind Nummer 1 

Nach Angaben der Marineleitung droht der Seestreitkräfte der Bundeswehr gerade eine enorme Überbelastung, die dazu führen könnte, dass keine der Arbeitsaufgaben nicht einmal zufriedenstellend ausgeführt werden kann. „Wir haben die kleinste Marine aller Zeiten, aber eine Masse an Aufgaben“, sagte Vizeadmiral der Marine Jan Christian Kaack heute in einem Gespräch mit der „Wirtschaftswoche“. Ein Einsatz vor der Küste Irans würde einen großen Teil der Soldaten aus der Ostsee abziehen und Deutschland damit deutlich an den eigenen Grenzen schwächen. „Die Welt mag gerade in den Nahen Osten schauen: Wir erleben aber auch einen Anstieg an Aktivitäten an der Nord- und Ostflanke, denen wir begegnen müssen“, sagt Kaack. Besondere Sorge macht man sich gemäß dem Vizegeneral über die zunehmende Sichtung von russischen U‑Booten, die regelmäßigen Flugraumverletzungen und die ständigen Sabotageakte an Pipelines und Unterseekabeln. 

Putin den Tag verderben

Der Vizegeneral schlägt deshalb vor, erst einmal die Ressourcen der Bundeswehr und der Seestreitkräfte auszubauen, bevor sie für weitere Auslandseinsätze „ausgeliehen“ werden. „Die richtigen Kämpfe zu wählen und dann zu führen, das ist und bleibt unsere Herausforderung. Denn alles, was wir haben, ist im Einsatz“, sagte er in dem Interview. Der richtige Kampf im Augenblick ist seiner Meinung nach die Abschreckung gegenüber Russland und nicht der Einsatz im Iran. Das endgültige Ziel sei schließlich, dass „der russische Präsident Wladimir Putin morgens beim Blick in den Spiegel sagt: ‚Heute ist kein guter Tag, die NATO anzugreifen‘“.

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  • Hoffentlich setzt sich die Vernunft durch. Herr Merz sollte auf seine Generäle hören.

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Alexander Grünstedt