NATO bröckelt: Mitgliedsstaaten schließen neues Bündnis

Die Bedrohung aus Russland nimmt ständig zu und die Vereinigten Staaten unter dem augenblicklichen Präsidenten Donald Trump werden immer unzuverlässiger, wenn es um die Verteidigung Europas geht. Trumps unablässige Drohungen, die USA aus der NATO herauszuziehen, werden zwar nicht mehr ganz so ernst genommen, insbesondere weil seine eigene Partei, die Republikaner, sich einem Austritt entgegenstellt. Trotzdem gibt die Nähe des umstrittenen amerikanischen Landesoberhaupts zu dem russischen Präsidenten Wladimir Putin Grund zur Besorgnis. Jetzt haben sich zehn NATO-Mitglieder zusammengeschlossen, um ein neues maritimes Verteidigungsbündnis zu bilden. Schwerpunkt der neuen militärischen Vereinigung ist der Schutz der Wasserwege in der Ostsee und Nordsee vor russischen Übergriffen. 

Schutz für offene Gewässer im Norden 

Obwohl ein beträchtlicher Teil der zu schützenden Gewässer an der deutschen Küste liegt, ist Deutschland kein Mitglied des neuen Bündnisses, das von Großbritannien aus organisiert wurde. Zu den zehn bisherigen Mitgliedsländern gehören neben Großbritannien die Niederlande, die nordischen Staaten Schweden, Finnland, Norwegen, Dänemark und Island sowie das Baltikum mit Estland, Lettland und Litauen. Außerdem prüft auch Kanada im Augenblick eine Mitgliedschaft in dem neuen maritimen Bündnis, das laut dem Chef der britischen Royal Navy, General Gwyn Jenkins, einzig dazu dienen soll, russischen Bedrohungen von der offenen Seegrenze im Norden entgegenzuwirken. Das neue Bündnis wird „Joint Expeditionary Force“, kurz Jef, genannt und wird seinen Hauptsitz in Northwood im Nordwesten Londons haben. 

Deutschland nicht beigetreten 

„Die Zahl der russischen Vorstöße in unsere Gewässer ist in den letzten zwei Jahren um fast ein Drittel gestiegen“, sagte der britische Marinechef und wies auf die weit offene Seegrenze zu Russland im Norden des Inselreichs hin. Ein Zusammenschluss der Staaten mit Hoheitsgewässern in dem betroffenen Bereich soll dazu dienen, die russischen Spionageversuche einzudämmen und die kritischen Unterwasserkabel besser vor Übergriffen zu schützen. Dabei betonen die Briten, dass das neue maritime Bündnis auf keinen Fall eine Konkurrenz zur NATO darstellen soll, sondern vielmehr als eine ergänzende Maßnahme zu betrachten ist, um schneller in der Nordsee oder Ostsee eingreifen zu können. „Es (das Bündnis) wäre zudem darauf ausgelegt, bei Bedarf sofort zu kämpfen – mit echten Fähigkeiten, echten Kriegsplänen und echter Integration“, sagte Jenkins. Er unterließ es allerdings mitzuteilen, ob auch andere betroffene Länder, darunter Deutschland, Polen und Frankreich, zu einer Mitgliedschaft eingeladen wurden. 

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Alexander Grünstedt