

Spinnen werden im Allgemeinen zwar nicht als die hübschesten Naturgenossen betrachtet, sind aber zumeist harmlos und in vielen Fällen sogar höchst nützlich. Das gilt insbesondere, wenn es um die Dezimierung des Fliegenbestands geht. Manche Haushalte sind sogar dazu übergegangen, einigen Spinnen in den Sommermonaten dedizierte Ecken im Haus zu überlassen und die Netze der neuen Mitbewohner als umweltfreundliche Fliegenfalle zu nutzen. Jetzt kommen aber aus mehreren Teilen Deutschlands Warnungen, dass sich hierzulande Spinnenarten ausbreiten, die es auf mehr als das Blut von Fliegen abgesehen haben. In manchen Fällen kann ein Biss dieser Arachniden zu gefährlichen Gesundheitsbeeinträchtigungen führen.
Universitätskeller als Ausgangspunkt
Bereits im November 2025 schickte die Eberhard-Karls-Universität Tübingen eine Meldung heraus, dass im Keller eines Hörsaals ein Exemplar der exotischen „Chilenischen Einsiedlerspinne“ gefunden wurde. Eine genauere Untersuchung des Universitätsgeländes brachte weitere 20 Spinnen der exotischen Art zum Vorschein. Die hochgiftige Spinne, deren Biss Nekrose hervorrufen kann, gilt zwar als scheu und nicht aggressiv, kann aber in einer vermeintlichen Drohlage angreifen und zubeißen. Wenige Tage nach dem Fund informierte die Universität, dass alle Spinnen gefunden und unter Verschluss gehalten werden. Jetzt zeigt sich allerdings, dass doch mehr Spinnen auf der Flucht waren und sich jetzt wahrscheinlich auch außerhalb des Universitätsgeländes aufhalten könnten. Wie die exotische Spinne überhaupt in der Universität gelandet ist, konnte die Uni-Leitung nicht herausfinden.
Flächendeckende Verbreitung im Saarland
Auch aus dem Saarland kommen Berichte über die Ausbreitung einer giftigen Spinne, die in Deutschland nicht heimisch ist. Dort wurde in den 1980er-Jahren der Ammen-Dornfinger zum ersten Mal gesichtet. Die Spinne ist eigentlich im Mittelmeerraum zu Hause, aber mit dem Klimawandel und den höheren Temperaturen hierzulande, verbreitete sie sich flächendeckend im Saarland. Der Ammen-Dornfinger wurde bisher als Deutschlands giftigste Spinne bezeichnet, weil der Biss äußerst schmerzhafte Schwellungen verursachen kann, die nach sofortiger ärztlicher Betreuung verlangen.
Nosferatu-Spinnen nehmen zu
Ebenfalls aus dem Mittelmeerraum kommt die gigantische Nosferatu-Spinne, die mit ausgestreckten Beinen eine Größe von bis zu fünf Zentimetern erreicht. Nosferatu-Spinnen wurden im Laufe der letzten Jahre vermehrt in Deutschland gesichtet und sind zurzeit im Schwarzwald weit verbreitet. Nur vor wenigen Tagen erhielt ein Paar in Reutlingen einen Schock, als sie nach Hause kamen und eine der riesigen Spinnen auf der Wohnzimmerwand vorfanden. Trotz anfänglichem Ekel ist es ihnen gelungen, das Tier wieder in die freie Natur zu befördern. Nosferatu-Spinnen sind zwar gefährlich für ihre Beutetiere, bei Menschen erzeugt ein Biss etwa die gleichen Anzeichen wie ein Wespenstich. Der Naturschutzbund fordert jetzt alle Bundesbürger dazu auf, ungewöhnliche Spinnensichtungen auf der Naturgucker-Website zu registrieren. Bei der Ermittlung der Spinnenart sind KI-Apps von, unter anderem Google behilflich.