

In Deutschland gibt es zurzeit rund 400 unterschiedliche Verkehrszeichen, deren eigentliche Aufgabe es ist, die Verkehrsteilnehmer vor Gefahren zu warnen oder auf besondere Umstände hinzuweisen. Dabei ist der Schilderwald stellenweise ins Unübersichtliche geraten. Jetzt sollen etwa 3600 Schilder insbesondere von Autobahnen entfernt werden. Dabei geht es nicht nur um die Reduktion des Schilderwalds, sondern auch um Kostenersparnis für die betroffenen Stadt- und Landkreise. Jedes der zurückgezogenen Schilder kostet nämlich bis zu 80 000 Euro.
Fehlgeschlagene Touristeninformation
Bei den Schildern, die künftige nicht mehr auf der Autobahn zu sehen sind, dreht es sich um die braunen touristischen Unterrichtungstafeln, kurz TUT genannt, die auf Touristenattraktionen in dem Gebiet hinweisen sollen. Die Tafeln wurden zuerst in den 1980er Jahren auf deutschen Straßen gesichtet, wobei das erste Schild 1983 auf der A8 nahe Stuttgart für die Burg Teck aufgestellt wurde. Zu diesem Zeitpunkt erhoffte man sich, dass die Tafeln einen höchst erwünschten Touristenstrom in bisher unbekannte Gefilde leiten sollten. Nach Angaben der Hochschule für angewandte Wissenschaften in Wernigerode (Sachsen-Anhalt), die eine Untersuchung zur Wirksamkeit der TUT-Tafeln durchgeführt hat, sind nur 17 Prozent der Autofahrer auf deutschen Autobahnen dazu bereit, ihre Fahrt zu unterbrechen, um die annoncierten Touristenattraktionen zu besuchen. Hinzu kommt, dass die digitale Entwicklung jetzt weit bessere Informationen durch Autofahrer-Apps bietet, die die Schilder überflüssig machen.
Finanziell angeschlagene Kommunen
In vielen Fällen zeigt es sich jedoch, dass in den Städten und Gemeinden, die sich mit den TUT bewerben, statt der erhofften Touristen eine Reihe von Extrakosten für die Instandhaltung der Schilder anfallen. Laut der Autobahn GmbH, die für die Instandhaltung der Schilder verantwortlich ist, haben sich die Kosten für die Errichtung und Wartung der TUT im Laufe der letzten Jahre verzehnfacht. Die resultierenden 80.000 Euro belasten demnach die öffentlichen Kassen erheblich und ergeben keinen sonderlichen Profit. Zu einem Zeitpunkt, in dem die meisten Kreise nicht einmal für die Reparatur von Schlaglöchern zahlen können, erscheinen die TUT als unnötige Luxusausgaben. Den einzelnen Kommunen ist es allerdings freigestellt, ob sie die TUT weiterhin finanzieren wollen, oder sie diese aus dem Schilderwald auf Nimmerwiedersehen herausholen.