Nach Gefangenenübergabe: Südkorea wütet gegen Selenskyj

Die Gipfeltreffen und Konferenzen der Vereinten Nationen werden oft nur belächelt, denn in der Regel wird dort viel geredet, aber wenig gehandelt. In der vergangenen Woche fand wieder eine Generalversammlung statt. Dieser wurde global mehr Aufmerksamkeit gewidmet als gewöhnlich, denn schließlich geschehen zurzeit mehr Kriege und geopolitische Krisen. So erregte der argentinische Präsident Javier Milei Unmut, nachdem er die versammelten Repräsentanten als „nutzlose“ Parasiten beschimpfte und der amerikanische Präsident verkündete einen komplett nutzlosen Grönland-Deal mit Dänemark.

Kaum einer hörte die Rede des israelischen Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu, weil viele der Entsandten auf Befehl ihrer Regierungen in Protest gegen die Zustände in Gaza den Saal verließen. Die Rede des ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj erregte in einem Land besonderes Aufsehen und Wut. In Südkorea ist die Regierung jetzt empört über den Inhalt von Selenskyjs Ansprache und droht mit schwerwiegenden Maßnahmen.

Selenskyj verstößt gegen Vereinbarung 

In der umstrittenen Rede des ukrainischen Präsidenten nannte Selenskyj die Bedrohung, die nicht nur seitens Russlands, sondern auch aus Nordkorea kommt. Zehntausende nordkoreanische Soldaten kämpfen auf der Seite der Russen, und Putin erhält einen ständigen Zustrom von Waffen und Personal von seinem Freund und Verbündeten Kim Jong-un. Die nordkoreanischen Soldaten in der russischen Armee haben strikte Anweisungen erhalten, sich unter keinen Umständen lebend von den Ukrainern gefangen nehmen zu lassen. Dennoch ist es ukrainischen Streitkräften gelungen, zwei nordkoreanische Soldaten aufzugreifen. Vor kurzem wurden die beiden an Südkorea ausgeliefert, worüber Selenskyj in seiner Rede berichtete. Damit hat er laut dem südkoreanischen Präsidenten Lee Jae Myung gegen eine Heimlichkeitsklausel in der Absprache verstoßen, was schwerwiegende Folgen für die außenpolitischen Verhältnisse zwischen den beiden koreanischen Staaten hätte. Jetzt verlangt Südkorea eine öffentliche Entschuldigung von Selenskyj, die dieser bisher verweigert. 

Keine Entschuldigung aus Kiew 

Laut der südkoreanischen Regierung verschlimmern die Aussagen des ukrainischen Präsidenten nicht nur die bereits angespannten Beziehungen zwischen dem Norden und dem Süden des geteilten Landes. Die Tatsache, dass Südkorea jetzt die beiden Gefangenen ausgehändigt bekommen hat, wird voraussichtlich zu schweren Repressalien gegen die Familien der beiden nordkoreanischen Soldaten führen. Laut Selenskyj wurde keine Vertraulichkeitsvereinbarung über die Übergabe der Soldaten eingegangen und eine Entschuldigung sei deshalb nicht notwendig. Stattdessen heißt es aus Kiew, dass die Ukraine „ein offenes Land“ sei, wo man keine heimliche Übergaben von Kriegsgefangenen ausübt. Die südkoreanische Regierung erwägt nun „weitere Maßnahmen, die in dieser Angelegenheit möglicherweise erforderlich sind“.  

Kommentare anzeigen

  • Wo bekommt der Bettler Selenskyj seine Kriegswaffen her? Wenn die Milliarden an Kriegswaffen aus den Westen nicht geliefert worden wären, was wäre Dann?

Leave a Reply

Your email address will not be published.

Social
Alexander Grünstedt