30 000 abgewiesen: Urlaubsparadies ändert Einreiseregeln

Während die meisten Deutschen dieses Jahr ihren Urlaub im nahegelegenen Europa verbringen, gibt es immer noch Abenteuerlustige, die den Drohungen von Kerosinengpässen und Flugstreichungen trotzen und Ferien in ferneren Zielen planen. Rund 860 000 deutsche Touristen zieht es jedes Jahr in die exotischen Gefilde von Thailand, um traditionelle thailändische Gastfreundschaft, gutes Essen und großartige Landschaften oder Sehenswürdigkeiten zu genießen. Umso größer ist der Schock, dass jetzt auch die thailändischen Behörden anfangen, sich gegen Übertourismus zu wehren. In einer wenig publizierten Entscheidung hat die Regierung in dem asiatischen Urlaubsparadies jetzt bestimmt, dass die Einreise- und Visumregeln grundlegend ab sofort verändert werden. 

30 000 erhalten bereits Einreiseverweigerung 

Mit den neuen Einreiseregeln will das Königreich nicht nur den Tourismus besser regulieren, sondern auch die Kriminalität im Land reduzieren. Thailand ist im Laufe der letzten Monate zunehmend in die schlechten Schlagzeilen gerückt, nachdem entdeckt wurde, dass das Land eine Reihe von sogenannten Scam-Factories beherbergt. Diese wurden von der chinesischen Mafia eingerichtet, die Thailänder und andere südostasiatische Staatsbürger unter grauenhaften Bedingungen in die Sklaverei zwingt. Die Scam-Industrie wird von den Chinesen zumeist in abgelegenen Regionen in Thailand betrieben. Mit den neuen Einreisemaßnahmen erhofft sich die thailändische Regierung, die Übeltäter bereits an der Grenze abfangen zu können. Dazu wurde ein elektronisches Einreisesystem entwickelt, bei dem sich alle anmelden müssen, bevor sie an Thailands Grenzen erscheinen. Das System prüft den Hintergrund der Reisenden automatisch und vergleicht die Namen mit internationalen Fahndungsdatenbanken. Seit Anfang des Jahres haben die neuen Regeln zu der Zurückweisung von 30 000 Einreiseersuchen geführt. 

Auch Deutsche betroffen 

Die einschneidenden Änderungen betreffen allerdings nicht nur potenzielle Kriminelle, sondern auch unbescholtene deutsche Touristen, die bisher für 60 Tage visumfrei in Thailand herumreisen durften. Ab sofort ist diese visumfreie Aufenthaltsgenehmigung auf 30 Tage beschränkt. Wer länger in Thailand bleiben möchte, muss sich gut vorbereiten und gegebenenfalls ein Visum bei der Königlich Thailändischen Botschaft in Berlin beantragen. In dem neuen Einreisesystem, das auch „Advanced Passenger Processing System“ genannt wird, müssen sich allerdings alle, unabhängig von Aufenthaltsdauer, registrieren. Wer unsicher ist, wie das neue System funktioniert, kann die thailändischen Behörden auf dem Portal thaievisa.go.th kontaktieren. 

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Alexander Grünstedt