Alarm in Russland: Putin muss sich auf Revolution einstellen

Die Geschichte hat eine Tendenz, sich zu wiederholen, und in den meisten Fällen kommt der Wunsch nach einer grundlegenden Veränderung direkt vom Volk, wie es sich gerade in Ungarn gezeigt hat. Nach Angaben eines Politikers in der russischen Nationalversammlung, der Duma, sollte sich auch Putin nicht mehr allzu sicher in seiner Position als alleinherrschendes Staatsoberhaupt fühlen. Dabei weist Gennadi Sjuganow, der Vorsitzende der kommunistischen Partei in Russland, auf das Ende des Zarentums im Jahre 1917 hin und zieht direkte Parallelen zu Putins Herrschaft in neuerer Zeit. Gemäß Sjuganow bestehen zu viele Gemeinsamkeiten zwischen dem Herrschaftsstil des letzten Zaren und der Politik Putins und das russische Staatsoberhaupt müsse sich darauf einstellen, dass es auch zur Not mit Gewalt abgesetzt werden kann. 

Drohung oder Warnung 

„Wenn Sie (die Regierung) nicht dringend finanzielle, wirtschaftliche und andere Maßnahmen ergreifen, erwartet uns bis zum Herbst eine Wiederholung dessen, was 1917 geschah“, sagte der 81-jährige Politiker in einer Rede vor den russischen Parlamentariern. Dabei wies er auf die augenblickliche katastrophale Wirtschaftslage in Russland hin, die zumeist auf dem Rücken der Bevölkerung ausgetragen wird. Auch die Revolution im Jahre 1917, bei der die herrschende Zarenfamilie erst gefangengenommen und später ermordet wurde, begann mit einem Krieg, den Russland angezettelt hatte, weil man mit einem schnellen Sieg rechnete. Stattdessen führte der Krieg gegen Japan zu einer demütigenden Niederlage, die die russische Armee und Waffen dezimierte. Als dann wenige Jahre später der Erste Weltkrieg ausbrach, konnte sich Russland nicht ausreichend verteidigen. „Wir haben nicht das Recht, das zu wiederholen. Lassen Sie uns einige Entscheidungen treffen“, sagte Sjuganow. 

Direkter Angriff auf Putin umgangen

In der Rede vermied Sjuganow allerdings, den umstrittenen Präsidenten direkt beim Namen zu nennen. Stattdessen machte er dessen Partei „Einiges Russland“ und die russische Staatsbank für die augenblickliche russische Misere verantwortlich. Gleichzeitig wies er darauf hin, dass der radikale Umsturz von 1917 direkt auf die Ignoranz der Behörden zurückzuführen sei, die nicht auf den wachsenden Unmut in der Bevölkerung, der Wirtschaft und nicht zuletzt der Armee geachtet hatte. Als Beispiel für die wachsende Unruhe in der Bevölkerung nannte er unter anderem die „Ansprache“ der russischen, bisher Putin-treuen Influencerin 
Victoria Bonya. Diese hatte am 14. April den russischen Präsidenten beschuldigt, die wirklichen Sorgen der Bevölkerung zu ignorieren, indem er kurzerhand das Internet abstellt, damit er die Beschwerden nicht hören muss.

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Alexander Grünstedt