

In Deutschland ist Amazon immer noch der Onlineriese schlechthin. Mehr als 46 Millionen Kunden haben hierzulande ein Amazon-Konto registriert, und bekommen jährlich mehr als 850 Millionen Pakete zugeschickt. Mit einem Umsatz von 40 Milliarden Euro ist für die amerikanische E‑Commerce-Gruppe Deutschland der zweitwichtigste Markt nach den USA. Deshalb lohnt es sich auch für die amerikanische Geschäftsleitung, mit den deutschen Kunden auf einer Wellenlänge zu sein. Jetzt aber macht der Onlineriese eine schwerwiegende Änderung, die ausgerechnet bei den Kunden hierzulande nicht in den Geschmack fallen sollte. Dabei handelt es sich um die Entfernung einer wichtigen Zahlungsoption, die von vielen deutschen Kunden in Gebrauch genommen wird.
Beliebt bei Betriebs- und Privatkunden
Bei der Bezahlungsmethode, die von den möglichen Optionen entfernt werden soll, handelt es sich um die Monatsrechnung, die von vielen privaten sowie Betriebskunden in Anspruch genommen wird. Bei dieser Art von Zahlung bündelte Amazon alle Käufe im Laufe eines Monats und schickte diese in einer einzigen, gut übersichtlichen Abrechnung im folgenden Monat an die Kunden. Zahlung muss dann innerhalb der nächsten 14 Tage erfolgen. Damit konnten die Kunden nicht nur in Ruhe ihre Rechnung durchgehen, sondern erhielten oft mehr als einen Monat Zahlungsaussetzung. Gerade deshalb wird Amazon wahrscheinlich diese Art von Zahlung verabschieden. Stattdessen sollen Kunden, die zurzeit die Zahlung durch monatliche Rechnung in Anspruch genommen haben, jetzt für jeden einzelnen Artikel gleich nach dem Kauf eine Rechnung erhalten, die dann voraussichtlich innerhalb von 14 Tagen gezahlt werden muss.
EU-Vorgaben könnten eine Rolle spielen
Amazon hat die Änderung noch nicht offiziell bekannt gegeben, aber laut Insidern hat man dort bereits mit dem Zurückschrauben des Angebots begonnen. Bis Ende des Jahres sollen Kunden noch die Möglichkeit behalten, auf Sammelrechnung zu kaufen und später zu zahlen. Ab dem neuen Jahr soll dann die neue Regelung gelten. Die Entscheidung, mit den monatlichen Abrechnungen aufzuhören, wurde bei Amazon wahrscheinlich im Zusammenhang mit neuen EU-Vorgaben getroffen. Demnach sollen „Buy Now Pay Later“-Angebote und Transaktionen in Zukunft erschwert werden, um zu verhindern, dass Verbraucher nicht durch leichtsinnige Käufe in einem Schuldenberg versinken.