

Nach einer Reihe von ukrainischen Drohnen- und Raketenangriffen, die erfolgreich tief im russischen Hinterland Angst und Schrecken verbreiten, kursieren auf sozialen Medien sensationelle Fotos und Videoaufnahmen von den erfolgreichen Einschlägen. Insbesondere das Bild einer gesprengten Raffinerie in Moskau erregt Aufsehen, bei der der Deckel des Haupttanks durch die Macht der Explosion hoch in die Luft geschleudert wird. Während die Ukrainer den Angriff auf die Kapotnja-Raffinerie erst als einen Volltreffer für sich beanspruchten, beweisen Aufnahmen vom Zeitpunkt unmittelbar vor dem Einschlag, dass es sich bei dem Flugkörper, der die Explosion verursachte, um eine russische Rakete handelt.
Missglückte Luftabwehr geht nach hinten los
Laut militärischen Beobachtern soll es bei der Explosion in der Ölraffinerie um eine Fehlfunktion bei der russischen Luftabwehr handeln. Eine russische Luftabwehrrakete, die auf eine ukrainische Drohne gerichtet war, verfehlte diese. Nachdem die Drohne passierte, vollzog die russische Rakete eine scharfe Linkskurve und schlug selbst in den Öltank der Raffinerie ein, den die Drohne verfehlte. Die Kapotnja-Raffinerie zählt zu den wichtigsten Energieversorgungsquellen in der russischen Hauptstadt. In Kapotnja werden etwa zwölf Millionen Tonnen Rohöl pro Jahr verarbeitet, die 40 Prozent des Moskauer Kraftstoffmarkts versorgen. Die Raffinerie liegt nur 15 Kilometer vom Kreml entfernt. Moskaus Bürgermeister Sergej Sobjanin hat die Brände in der Raffinerie und in einem nahegelegenen Einkaufszentrum bekräftigt, aber keine Angaben zu möglichen Opfern gemacht.
Angriff auf AKW Saporischschja gemeldet
Gleichzeitig haben russische Streitkräfte schwere Drohnenangriffe auf das Atomkraftwerk in Saporischschja im Osten der Ukraine gemeldet. Das Kraftwerk ist das größte Europas und liegt im russisch besetzten Teil der Ukraine. Der Zustand der Atomreaktoren stellt zunehmend eine Bedrohung für nicht nur die Ukraine, sondern ganz Europa dar. Aufgrund der Kämpfe in dem Gebiet werden die Reaktoren regelmäßig von der Stromversorgung abgeschnitten, was zu einer Überhitzung der Brennstäbe und damit zu einer möglichen Atomkatastrophe führen könnte. Sowohl Russland als auch die Ukraine beschuldigen einander, gezielte Angriffe auf das Atomkraftwerk zu fliegen.