

Über 9,5 Millionen Passagiere fliegen jährlich mit Condor in den Urlaub. Für die beliebte Airline scheint alles so gut zu laufen. Nun ist jedoch bekannt geworden, dass das Flugunternehmen mit unerwarteten Herausforderungen konfrontiert ist.
Neue Ziele und neue Flugzeuge: Der Ferienflug-Riese Condor hat sein Geschäft in jüngster Vergangenheit erheblich ausgebaut. Condor-Chef Peter Gerber hat große Pläne für das Fluggeschäft der Airline. Beabsichtigt sind neue Strecken – sowohl Langstrecken als auch Inlandsflüge – sowie zusätzliche Zubringerflüge, eine stärkere Nutzung des Frankfurter Flughafens und größere Unabhängigkeit von Lufthansa. Doch nun ist ihm ein Hindernis in den Weg gekommen.
Bund will aus Condor aussteigen
Das Problem rührt zum Teil gerade daher, dass es so gut läuft: Drei Jahre nach dem Ende der Pandemie floriert das Geschäft von Condor. Und nun will der Bund nach Rückzahlung der Corona-Hilfen aussteigen. Als Gegenleistung für 400 Millionen Euro (insgesamt beliefen sich die Corona-Hilfen für Condor auf über 500 Millionen Euro) hält der Bund bislang 49 Prozent der Anteile an der Fluggesellschaft. Attestor hält als Mehrheitsaktionär 51 Prozent.
Nun ist also die Suche nach einem neuen Investor in vollem Gange. Attestor könnte zwar technisch gesehen die restlichen Anteile aufkaufen, sucht aber nach einem neuen Partner, der zusätzliches Kapital mitbringt, was angesichts der ehrgeizigen Pläne der Fluggesellschaft äußerst hilfreich wäre.
Zahlreiche Namen im Gespräch
Derzeit wird über zahlreiche Namen spekuliert. Gerber hat bereits erklärt, dass es aufgrund der Wettbewerbsregeln nicht die Lufthansa sein kann. Wie die BILD schreibt, kommen sowohl Etihad als auch Qatar Airways in Frage, doch keine der beiden ist ideal: Die Zusammenarbeit von Etihad mit Air Berlin fand ein unglückliches Ende, und Qatar Airways hat sich in der Vergangenheit auf Doha als Drehkreuz konzentriert.
Turkish Airlines, British Airways und Air France/KLM wären laut Experten allesamt willkommene Interessenten – insbesondere da die beiden Letzteren auch starke Konkurrenten der Lufthansa sind. Doch Condor könnte tatsächlich etwas weiter in die Ferne blicken: Die BILD berichtet, dass bereits Gespräche mit American Airlines aufgenommen wurden. Ob diese zu einem konkreten Ergebnis führen, bleibt abzuwarten.
Spürbare Veränderungen für Condor-Passagiere
Sicher ist, dass jeder Investor, der den 49-prozentigen Anteil an Condor übernimmt, maßgeblichen Einfluss auf die Zukunft der Fluggesellschaft haben wird. Wird Condor Frankfurt weiterhin so intensiv nutzen können wie bisher? Werden spannende neue Strecken hinzukommen? Und – ganz entscheidend – wie wird sich das auf die Ticketpreise auswirken? Für die Passagiere von Condor könnten sich durchaus spürbare Veränderungen ergeben.
Foto: 4300streetcar, CC BY 4.0, via Wikimedia Commons (Gewitterwolken mit Hilfe von ChatGPT hinzugefügt)