Behörden schlagen Alarm: Jetzt sind Millionen Bürger gefährdet

Die Behörden warnen aufgrund einer „außergewöhnlichen Situation“ davor, dass Millionen deutsche Bürger in Gefahr sind, mehr für ihr Wasser zu bezahlen. Denn der Rhein hat einen extrem niedrigen Wasserstand, was zu allerhand Problemen führt.

Der Rhein bricht derzeit den Juli-Rekord für Dürrejahre – und das ist kein Grund, sich zu freuen. Am Pegel Lobith in den Niederlanden transportiert der Fluss nur noch 771 Kubikmeter Wasser pro Sekunde und damit weniger als im Dürrejahr 1976. Zwar war der Wasserstand schon niedriger, aber erst deutlich später im Jahr. Denn es liegen noch einige Wochen mit hoher Verdunstung und hohem Wasserbedarf vor uns, bevor die eigentliche Niedrigwassersaison tatsächlich beginnt.

Millionen Haushalte betroffen
Laut der Internationalen Kommission zum Schutz des Rheins beziehen derzeit rund 30 Millionen Menschen ihr Trinkwasser aus dem Rhein. Millionen Haushalte könnten durch den Engpass zunehmend unter Druck geraten, was vor allem an steigenden Preisen und mehr Einschränkungen bei der Freizeitnutzung spürbar werden wird.

Diesel-Preise sprunghaft gestiegen
An der Schifffahrtsengstelle Kaub in Rheinland-Pfalz wurden am Dienstagmorgen mittags nur noch 27 Zentimeter Pegelstand gemessen. Schiffe oberhalb von Kaub können derzeit nur noch rund 460 Tonnen laden, weniger als ein Fünftel der üblichen Kapazität. Das ließ die Frachtrate für Diesel von Rotterdam nach Karlsruhe binnen einer Woche um 56 Prozent auf 70 Euro pro Tonne steigen.

Wie das niederländische Forschungsinstitut Deltares erklärt, trocknet der Rhein vor allem aus drei Gründen so früh aus. Einerseits gab es im Frühling kaum Niederschlag und eine frühe Schneeschmelze aufgrund ungewöhnlich hoher Temperaturen – das steigerte wiederum die Verdunstung. Zudem liefern die Alpengletscher immer weniger Schmelzwasser nach, weil ihr Volumen weiter schrumpft.

Zweithöchste Warnstufe ausgerufen
Die Niederlande riefen schon am 16. Juli offiziell die zweithöchste Warnstufe für Wasserknappheit im Land aus, auch wenn die Trinkwasserversorgung dadurch nicht gefährdet ist. Das deutsche Bundesamt für Gewässerkunde rechnet nach eigenen Angaben fest damit, dass der Kaub-Pegel bis zum 9. August unter der für die Schifffahrt wichtigen Marke von 77 Zentimetern bleiben wird.

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Martin Beier