Beliebte deutsche Discounter-Kette schließt 43 Filialen: 265 Beschäftigte verlieren ihren Job

 

Für zahlreiche Kodi-Standorte steht das Aus fest. Die insolvente Handelskette schließt 43 Filialen und ihre Zentrale in Oberhausen. Eine Investorengruppe übernimmt 100 Geschäfte und führt die Marke weiter. Besonders betroffen ist Nordrhein-Westfalen.

Knapp jeder dritte Kodi-Markt fällt weg: Von zuletzt 144 Filialen werden 43 geschlossen. Rund 265 Beschäftigte haben im Zuge der Schließungen eine Kündigung erhalten. Für einen weiteren Standort ist die Entscheidung noch offen.
Damit geht der Einschnitt über die zunächst bekannt gewordenen Pläne hinaus. Vor rund drei Wochen war noch von 19 Filialen die Rede, die aufgegeben werden sollten. Inzwischen steht fest, dass weitere Geschäfte keine Zukunft haben.

Die neu gegründete Kodi Retail GmbH hat wesentliche Vermögenswerte der bisherigen Kodi Handels GmbH erworben. Dazu gehören die Einrichtungen und Warenbestände von 100 Filialen. Hinter der Käuferin steht eine internationale Investorengruppe. Einzelheiten zum Kaufpreis wurden nicht veröffentlicht.

Geschäftsführer Fabian Grund bedauert den Verlust der Arbeitsplätze. Für die betroffenen Standorte habe sich trotz intensiver Prüfung und zahlreicher Gespräche keine wirtschaftlich tragfähige Lösung finden lassen. Zugleich begrüßt er, dass viele Beschäftigte durch die Übernahme eine Perspektive erhalten und die Marke bestehen bleibt.

Das Amtsgericht Halle an der Saale eröffnete am 1. Oktober das Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung.

Die Schließungsliste umfasst 41 Standorte in Nordrhein-Westfalen sowie jeweils einen in Bayern und Hessen:


Nordrhein-Westfalen: Aachen, Ahaus, Alpen, Bochum-Drehscheibe, Duisburg-Rheinhausen, Duisburg-Rumeln, Duisburg-Wanheimerort, Düsseldorf-Oberbilk, Emmerich, Erkelenz, Essen-Kupferdreh, Essen-Steele, Gelsenkirchen-Buer, Herne-Wanne-Eickel, Herzogenrath, Jülich, Köln-Friesenplatz, Köln-Kalk, Köln-Nippes, Köln-Sürth, Königswinter, Langenfeld, Lünen, Mettmann, Moers, Mönchengladbach-Wickrath, Münster-Hiltrup, Neukirchen-Vluyn, Neuss, Selfkant-Tüddern, Siegburg, Solingen-Kirchstraße, Solingen-Ohligs, Tönisvorst, Waltrop, Wuppertal-Barmen, Wuppertal-Cronenberg, Wuppertal-Elberfeld an der Friedrich-Ebert-Straße, Wuppertal-Vohwinkel, Würselen und Zülpich.

Bayern: Lohr am Main.

Hessen: Oberursel.

Die Nennung einer Stadt bedeutet dabei nicht zwangsläufig, dass sämtliche Kodi-Geschäfte dort verschwinden. In Düsseldorf bleiben acht von neun Filialen erhalten, in Duisburg fünf von acht. Auch alle drei Krefelder Standorte werden weitergeführt.

Als Gründe für die wirtschaftlichen Schwierigkeiten nennt das Unternehmen die schwache Konsumstimmung, wachsenden Wettbewerb durch digitale Geschäftsmodelle sowie hohe Energie- und Mietkosten und steigende Lohnnebenkosten.
Für die übernommenen Filialen eröffnet der Eigentümerwechsel eine neue Perspektive. An den zur Schließung vorgesehenen Standorten hat nach Unternehmensangaben bereits ein Abverkauf der vorhandenen Waren stattgefunden.

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Jerry Heiniken