

Im europäischen Bankensystem findet aktuell eine massive Neuerung statt: Millionen von Bürgern könnten schon bald über ein nützliches neues Konto verfügen.
Mehr Sicherheit bei Transaktionen, Unabhängigkeit von amerikanischen Zahlungsdienstleistern und verbesserter Datenschutz für Zahler und Empfänger – und das alles völlig kostenlos: Der digitale Euro, der als eines der größten Infrastrukturprojekte in der Geschichte der Europäischen Union gilt, ist im Anmarsch.
Wie wird das neue digitale Euro-Konto aussehen?
Das Projekt, das Gegenstand vieler Kontroversen und Bedenken ist, befindet sich nun in der Pilotphase: Das bedeutet, dass für Millionen von Bankkunden demnächst eine neue Zahlungsmöglichkeit zur Verfügung stehen wird, und es gibt einige Dinge zu beachten.
Um den digitalen Euro nutzen zu können, müssen Bürger ein spezielles neues Konto beantragen: Dieses wird mit einer eigenen, eindeutigen Kennung versehen: Anstelle einer IBAN oder eines BIC wird eine völlig neue Nummer eingeführt: die „Digital Euro Access Number“ (kurz DEAN). Wie t-online berichtet, wird diese von einem Zahlungsdienstleister in Zusammenarbeit mit der Digital Euro Service Platform vergeben, wenn ein Nutzer ein digitales Euro-Konto eröffnet.
Es wird dann auch möglich sein, die DEAN mit bestehenden Identifikationssystemen wie BICs sowie mit Aliasen wie der Handynummer oder E-Mail-Adresse zu verknüpfen, um sie als Zahlungsoption so vielseitig wie möglich nutzbar zu machen.
Digitaler Euro nur als „Ergänzung“ geplant
Eines wird der digitale Euro laut der Europäischen Zentralbank (EZB) jedoch nicht tun: Bargeld ersetzen. Die Rolle des digitalen Euro soll lediglich darin bestehen, eine zusätzliche Möglichkeit für Zahlungen innerhalb der Eurozone zu bieten – sicher und ohne die Gebühren, die von Anbietern wie Visa oder Mastercard erhoben werden.
Derzeit wird die erforderliche technische und organisatorische Infrastruktur getestet. Darauf wird ein umfangreicher Testbetrieb folgen: Für Verbraucher wird der digitale Euro jedoch voraussichtlich erst in der zweiten Hälfte des Jahres 2027 zum Einsatz kommen. Dann werden im Rahmen des Verbraucherpilotprojekts 36 lizenzierte Zahlungsdienstleister und ausgewählte Händler den digitalen Euro bei alltäglichen Zahlungsvorgängen testen.
Digitaler Euro soll ab 2029 verfügbar sein
Richtig verfügbar wird der digitale Euro erst 2029 sein, wenn die EZB nach eigenem Ziel für die erste offizielle Ausgabe des digitalen Euro für Verbraucher bereit sein will – vorausgesetzt, die notwendigen politischen und regulatorischen Entscheidungen können bis dahin erzielt werden.