Corona in Deutschland: Zahl der Neuinfektion sprunghaft gestiegen

Erst Mittwoch war mit 2828 Neuinfektionen ein neuer Höchstwert seit April vermeldet worden. Doch dieser wurde mit den aktuellen Zahlen des Robert-Koch-Instituts (RKI) sprunghaft überholt. Das Institut meldete neuerlich mehr als 4000 Neuinfektionen binnen 24 Stunden.

Nach der ersten Zählung des RKIs gibt es aktuell mehr als 31.000 aktive Corona-Fälle in Deutschland. Das Institut meldete um 0:00 Uhr 4085 Neuinfektionen binnen 24 Stunden. Die Zahl der Neuinfektionen ist damit gegenüber dem Vortrag um fast ein Drittel in die Höhe gesprungen.

Seit Beginn der Pandemie haben sich in Deutschland 310.144 Menschen nachweislich mit dem neuartigen Corona-Virus Sars-CoV-2 infiziert. 269.600 gelten als geheilt. Fast 9600 Erkrankte starben in Folge der Infektion.

Engpässe im Gesundheitssystem

Auch auf den Intensivstationen der Bundesrepublik zeigt sich das anschwellende Infektionsgeschehen. Am Dienstag meldete das RKI 449 COVID-19-Fälle in intensivmedizinischer Behandlung, 219 davon mussten künstlich beatmet werden. In der Woche zuvor waren es 352 Intensivpatienten gewesen mit 195 schweren Fällen an der Beatmungsmaschine.

Christian Karagiannidis, werdender Präsident der Deutschen Gesellschaft für Internistische Intensivmedizin und Notfallmedizin (DIIN) meldete bereits „deutliche Einschränkungen in den Kapazitäten“ in den Krankenhäusern von Ballungszentren. Insbesondere in Berlin mache sich eine Häufung der Intensivfälle bemerkbar. Die bundesweiten Kapazitäten seien zwar grundsätzlich ausreichend, allerdings kündigten sich regionale Engpässe an. Die Bürger sollten darauf vorbereitet sein, dass sie im Fall einer intensivmedizinischen Behandlung möglicherweise mit langen Transportzeiten zum nächsten freien Krankenhaus rechnen müssten.

Trotzdem sei die Situation deutlich entschärfter als noch im Frühjahr: „Weil mehr Routine eingekehrt ist und die Ärzte wissen, worauf sie achten müssen, etwa mit Blick auf die Gefahr von Thrombosen. Auch stehen uns mit den Medikamenten Remdesivir, Cortison und dem Rekonvaleszentenplasma neue Therapiemöglichkeiten zur Verfügung, die es zu Beginn so nicht gab“, sagte Karagiannidis der „Rheinischen Post“.

Ein weiterer Engpass kündigt sich regional in Testlaboren an. In Berlin waren die Kapazitäten der Labore vergangene Woche bereits zu 95 Prozent ausgeschöpft.

Neue Corona-Hotspots in Deutschland

Inzwischen meldet das RKI zehn Risikogebiete in Deutschland, also Regionen in denen mehr als 50 Infektionen pro 100.000 Einwohner binnen sieben Tagen festgestellt wurden:

Berlin
Friedrichshain-Kreuzberg (Sieben-Tages-Inzidenz von 58,9)
Berlin Mitte (71,1)
Berlin-Neukölln (89,7)
Tempelhof-Schöneberg (61,2)

Bremen
Bremen (58,1)

Baden-Württemberg
Esslingen (52,3)

Hessen
Offenbach (51,4)

Nordrhein-Westfalen
Kreisfreie Stadt Hamm (77,8)
Hagen (56,2)

Niedersachen
Vechta (60,9)