

Für viele geben die längeren Tage und das wärmere Wetter den Anlass für einen gründlichen Frühjarsputz. Das alljährliche Ausmisten kann sich aber mit den immer wieder veränderten Mülltrennungsvorschriften als komplizierter darstellen als noch vor wenigen Jahren, wo noch alles in der Tonne landen konnte. Ganz besonders der Kabelsalat, der viele Schubladen in deutschen Haushalten verstopft, ist den Behörden ein Dorn im Auge. Nicht nur enthalten diese unscheinbaren Kabel und Leitungen wiederverwendbare Metalle wie Kupfer, sondern auch naturschädliche Substanzen, darunter Blei und Kunststoff.
Bußgeld bis zu 10 000 Euro
Neben Kabeln aller Art gehören auch Stecker, Steckerleisten, ausgediente Steckdosen und Antennen zu dem Abfall, der nicht in den gewöhnlichen Haushaltsmüll gesteckt werden darf. Wer es dennoch nicht lassen kann und erwischt wird, kann mit einem Bußgeld von bis zu 10 000 Euro rechnen. Der Umgang mit Elektroschrott ist in dem erneuerten Elektro- und Elektronikgerätegesetz (ElektroG) von 2021 geregelt, das vorschreibt, wie Elektro- und Elektronikgeräte weniger umweltbelastend gestaltet und die damit verbundenen nicht verwertbaren, verbleibenden Abfälle umweltverträglich entsorgt werden.
Viele Entsorgungsoptionen
Wohin soll man also mit den Kabeln? Insbesondere wenn man kein Auto hat, um zum Wertstoff- oder Recyclinghof der Stadt oder Gemeinde zu fahren. Die Gesetzgeber haben Verbrauchern mehrere Möglichkeiten offengelassen, um sich der platzraubenden und nutzlosen Kabel und Kleingeräte loszuwerden. Zum einen müssen Supermärkte, Discounter oder Drogerien, die eine Verkaufsfläche von mindestens 800 Quadratmetern haben und die Elektroartikel verkaufen, seit dem 1. Juli 2022 Elektrokleingeräte von einer Länge unter 25 cm zurücknehmen. Auch Elektronikfachgeschäfte, darunter Bau- oder Elektromärkte mit einer Fläche von mindestens 400 Quadratmetern, haben eine gesetzliche Rücknahmepflicht. Viele der Kabel und kaputten Geräte wurden allerdings bei Online-Händlern wie Amazon gekauft, die ebenfalls dazu verpflichtet sind, die Kabel und Geräte kostenlos zurückzunehmen. Nur wer eine Werkstofftonne hat, ist unter Umständen und nach Absprache mit der Kommune dazu berechtigt, den Kabelsalat auch dort hineinzuworfen. Wer allerdings richtig viel Elektroschrott herumliegen und zudem Geduld hat, kann die Gegenstände selbst auseinandernehmen und sortieren, um diese dann gemäß dem gängigen Kilopreis zu verkaufen.