

Die deutsche Regierung muss sparen. Auch Sie werden das zu spüren bekommen, wenn Sie derzeit Wohngeld beziehen oder es künftig beantragen wollen. Bitter für die Empfänger: Ein Drittel der bisherigen Wohngeldhaushalte wird rausfallen.
Bundesbauministerin Verena Hubertz (SPD) kürzt drastisch beim Wohngeld und warnt schon mal vor: „Die Kürzungen werden leider alle bisherigen Empfänger betreffen. Ein Drittel der bisherigen Wohngeldhaushalte wird rausfallen. Ein Teil davon sind Menschen, die aufgrund ihres Einkommens bislang gerade so noch antragsberechtigt sind.“
Bestehende Bescheide gelten
Wer seine Leistung schon bewilligt bekommen hat, ist zunächst sicher. „In bestehende Bescheide“ werde nicht eingegriffen, wie Hubertz im Gespräch mit der „Rheinischen Post“ bestätigt. Wohngeld wird normalerweise immer für zwölf Monate bewilligt, manchmal auch für 24 Monate. Beim nächsten Antrag gelten dann aber die neuen Regeln.
Ministerin Hubertz hat bereits einen Gesetzentwurf auf den Weg gebracht, um beim Wohngeld insgesamt zwei Milliarden Euro einzusparen. Jeweils eine Milliarde sollen durch den Bund und die Länder kommen.
Hubertz: „Schmerzt mich!“
Als Gründe für die Einschnitte nennt die Politikerin Krisen und das fehlende Wirtschaftswachstum: „Von bislang rund fünf Milliarden Euro von Bund und Ländern bleiben dann rund drei Milliarden an jährlichen Ausgaben übrig.“ Der Schritt schmerze sie „als Sozialdemokratin“, so Hubertz.
Wohngeld bekommt derzeit übrigens, wer Mieter einer Wohnung (Mietzuschuss) oder Eigentümer einer selbst genutzten Immobilie (Lastenzuschuss) ist und unter bestimmten Grenzen verdient. Leistungen wie Bürgergeld oder Grundsicherung dürfen nicht gleichzeitig bezogen werden. Welche Summe ausbezahlt wird, hängt mit der Anzahl der Personen im Haushalt, dem Gesamteinkommen des Haushalts, der Höhe der Wohnkosten sowie dem Wohnort zusammen.
Viele Familien und Rentner betroffen
2024 erhielten nach Angaben des Statistischen Bundesamts mehr als 1,2 Millionen Haushalte Wohngeld, was staatliche Ausgaben von 4,7 Milliarden Euro bedeutet. Rund 44 Prozent der Empfänger sind Familien, 52 Prozent Rentner.