

In großen Teilen Deutschlands haben die Sommerferien gerade begonnen und viele zieht es ins Nachbarland Frankreich. Ganz besonders der Süden des Nachbarn mit seinen unendlichen Sandstränden, malerischen Dörfern und hervorragender Infrastruktur für Wohnmobile ist unter deutschen Touristen beliebt. Wer sich aber gerade in Richtung der Region Provence-Alpes-Côte d’Azur und der Pyrenäen bewegt, sollte sich besser eines anderen besinnen. Dort brennen nämlich seit Mittwoch die Wälder und der Notstand wurde ausgerufen. Tausende Touristen und Einheimische mussten bereits evakuiert werden, und es sieht nicht so aus, als ob die Einsatzkräfte das Flammenmeer schnell unter Kontrolle bringen können.
Ferien frühzeitig beendet
Rund 2000 Einsatzkräfte der Feuerwehr befinden sich seit Mitte der Woche im Einsatz, um das Feuer, das bisher schon 800 Hektar zerstört hat, zu bekämpfen. Das flammende Inferno hat dabei nicht nur einen großen Teil der südfranzösischen Wälder rund um die Millionenstadt Marseille vernichtet, sondern auch ganze Nachbarschaften und Campingplätze zerstört. Mehr als 3000 Menschen, die Hälfte davon Touristen, mussten um ihr Leben rennen und werden zurzeit in Notunterkünften untergebracht. Es ist unwahrscheinlich, dass die Feriengäste zu ihren gebuchten Unterkünften zurückkehren können, da viele der Bungalows und Campingplätze dem Flammenmeer zum Opfer fielen und der Rest voraussichtlich durch die Löscharbeiten beeinträchtigt wird.
Hitzewelle verschlimmert die Lage
Großflächige Brände sind nichts Neues in Frankreich und jedes Jahr versucht die französische Regierung gemeinsam mit dem Katastrophenschutz, der Brandkatastrophe vorzubeugen. Normalerweise brechen die Brände erst gegen Ende des Sommers aus, wenn die Vegetation von den sommerlichen Temperaturen ausgetrocknet ist. Allerdings erlebt Frankreich zurzeit eine noch nie zuvor gesehene Hitzewelle, bei der das Thermometer regelmäßig über 40 Grad Celsius steigt. Die Hitzewelle, in Frankreich „Canicule“ genannt, hat bereits in diesem Jahr mehr als 1000 Menschen das Leben gekostet und ganze Landstriche verdorren lassen. Der kleinste Funke kann im Augenblick ganze Gemeinden in Brand setzen und die derzeitigen starken Winde verschlimmern die Situation. Die Feuerwehrleute in Südfrankreich hatten bisher auf Niederschläge gehofft, aber die Meteorologen mussten diese Hoffnung zerstören. Stattdessen soll eine neue Hitzewelle bereits auf dem Anmarsch sein.