

Auch in diesem Jahr wird es so sicher wie das Amen in der Kirche zu einem Sommer kommen und viele deutsche Urlauber haben schon ihre Ferien geplant. Allerdings kam es bereits in den Osterwochen zu unangenehmen Überraschungen, nachdem ein Teil der Reisenden festgestellt hatte, dass die Spritpreise ihr Reisebudget überstrapazierten. Viele gingen sogar so weit, den Urlaub ganz abzusagen, weil Fernreisen mit dem Auto unerschwinglich wurden. Im Sommer könnte sich die Reisestopp-Katastrophe allerdings in ganz neue Gefilde bewegen. Dann sind nämlich auch die Kerosinvorräte für Flugzeuge entleert und mehrere Fluggesellschaften warnen jetzt davor, dass sie wahrscheinlich einen Großteil der Sommerflüge streichen müssen.
Italien bereits auf dem letzten Tropfen
Die Warnung kommt von der Internationalen Energieagentur (IEA), die darauf hinweist, dass in nur sechs Wochen in Europa das Kerosin ausgeht, sollten sich die augenblickliche Lage und die Unsicherheit im Nahen Osten nicht verbessern. „Wir werden bald hören, dass einige Flüge von Stadt A nach Stadt B aufgrund von Treibstoffmangel gestrichen werden könnten“, warnt der Chef der IEA, und weist darauf hin, dass in Norditalien die Flugstreichungen bereits Tatsache geworden sind. Betroffen sind die Flughäfen Mailand-Linate, Venedig, Treviso und Bologna, die jetzt dazu gezwungen sind, die Betankung von Kurzstreckenflügen einzuschränken. Und wie alles, das knapp wird, erhöhen sich auch dementsprechend die Preise. Laut dem Dachverband der Fluggesellschaften IATA ist der Kerosinpreis im Vergleich zu letztem Jahr rund 132 Prozent gestiegen. Die Fluggesellschaften geben diese Preiserhöhung an die Passagiere weiter und Flugtickets könnten sich innerhalb kürzester Zeit mehr als verdoppeln.
Ryanair und Lufthansa warnen vor Streichungen
Hierzulande wird die Lufthansa zunehmend nervöser und warnt Fluggäste auf ihrer Website, dass sie mit „vorgezogenen Kapazitäts- und Flottenmaßnahmen aufgrund gestiegener Kerosinkosten und Mehrbelastungen aus Arbeitskämpfen“ rechnen müssen. Gleichzeitig hat die deutsche Airline, die in diesem Jahr ihr 100. Jubiläum feiert, bereits alle Flüge der Tochtergesellschaft CityLine eingestellt. Nach anfänglichem Optimismus gibt jetzt auch Ryanair bekannt, dass Fluggäste schon ab dem 1. Mai damit rechnen müssen, dass mindestens 10 Prozent der Flüge aufgrund des Kerosinmangels eingestellt werden. Diese gravierenden Maßnahmen werden allerdings erst ergriffen, wenn sich die Situation unter anderem durch die Öffnung der Straße von Hormus verbessert. Laut dem amerikanischen Präsidenten Donald Trump sind die Friedensverhandlungen mit dem Iran, bei denen es auch um die Straße von Hormus geht, im vollen Gang. Auch hat der Iran die Straße von Hormus vorübergehend geöffnet, aber keine Angaben darüber gemacht, für wie lange.