

Der amerikanische Präsident Donald Trump kann es nicht lassen, mit Begierde auf Grönland zu schielen. Der Konflikt mit Dänemark und der EU über die mögliche Annexion des nördlichen Landes, bei dem der Amerikaner eine seiner ersten großen Niederlagen erlebte, ist zwar vorerst beendet. Trotzdem schickte er gerade ein Lazarettschiff in die arktische Region, weil seiner Meinung nach die ärztliche Versorgung im Land zu wünschen übrig lässt.
U-Boot in Seenot
Dabei vergaß Trump in Betracht zu ziehen, dass die ärztliche Versorgung in dem dänischen Gebiet, im Gegensatz zu den Vereinigten Staaten und deren Lazarettschiffen, einer staatlichen Krankenkasse unterliegt und damit kostenlos ist. Außerdem wurde sein Fokus auf die ärztliche Versorgung erst notwendig, nachdem eines der amerikanischen U-Boote in den arktischen Gewässern in Seenot geriet. Auf diese neueste Beleidigung des amerikanischen Präsidenten antwortete die grönländische Regierung jetzt mit einem Gesetz, dass es den Amerikanern, und ganz besonders denjenigen, die dem Präsidenten nahestehen, erschweren soll, Zugriff auf Grönland zu erhalten.
Kein Trump „durch die Hintertür“
Laut dem Nachrichtenbüro Reuters soll die Regierung auf Grönland im April ein Gesetz verabschieden, das dem Staat die Überprüfung und eventuelle Ablehnung von ausländischen Investoren erlaubt. Dabei soll besonders Gewicht auf Investoren gelegt werden, die sich im Nahbereich des amerikanischen Präsidenten befinden. Die Abgeordneten im Inatsisartut, dem Parlament Grönlands, wurden auf den Plan gerufen, nachdem ein plötzlicher Anstieg amerikanischer Kaufinteressen an Immobilien in der Hauptstadt Nuuk die Hauspreise für die Einheimischen unerschwinglich gemacht hatte. Ein bereits verabschiedetes Gesetz hat gerade noch eine Übernahme des Immobilienmarkts auf Grönland durch amerikanische Investoren verhindert. Das neue Gesetz soll eine gleichermaßen als bedrohlich angesehene Situation im Zusammenhang mit wertvollen Rohstoffen in der Arktis vorbeugen.
Investitionen willkommen, aber nicht zu jedem Preis
Insbesondere die unerforschten Schätze an seltenen Erden und Metallen, die Trump in Grönland vermutet, waren die Grundlage für den Streit zwischen den USA und Dänemark um die arktische Region. Grönland ist zwar Teil des Königreichs Dänemark, aber ein autonom regiertes Gebiet, das 1985 nach einem Streit über Fischereirechte aus der EU austrat. Das Land benötigt dringend Investitionen, um die angeschlagene Wirtschaft anzukurbeln, ist aber nicht zu einem Ausverkauf bereit: „Grönland will amerikanisches Kapital, aber wir fürchten versteckte politische Motive hinter bestimmten privaten US-Investoren,“ sagte ein Abgeordneter, der anonym bleiben wollte, zu Reuters. Amerikanische Investoren mit starkem Band zu Trump schlagen verstärkt in Europa zu, um einen größeren Einfluss auch für die politischen Ziele des umstrittenen Präsidenten zu erhalten. Erst vor wenigen Wochen gab die deutsche Wirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) einem nahen Freund des Präsidenten das Recht, die Betreibung von kritischen deutschen Pipelines und Brennstoffversorgung zu übernehmen.