Havariertes Schiff vor Spaniens Küste trug Atomkraftwerkteile

Als das russische Frachtschiff Ursa Major kurz vor Weihnachten 2024 vor der spanischen Küste sank, ging man davon aus, dass es sich hier um einen der zerbrechlichen Schattenflottenfrachter handelte. Laut Angaben des russischen Verteidigungsministeriums hatte der Frachter „zwei Hafenkräne mit einem Gewicht von jeweils 380 Tonnen und zwei 45-Tonnen-Lukendeckel für neue Eisbrecher“ an Bord, als es unter mysteriösen Umständen vor der malerischen Küste der Murcia-Region in Spanien sank. Jetzt kamen neue Informationen ans Licht, die eine weitaus gefährlichere Situation darstellen. Nach neuesten Angaben war das Schiff nämlich nicht wie angegeben auf dem Weg nach Wladiwostok, sondern nach Nordkorea, um dort russische Teile für ein Atomkraftwerk zu liefern. Jetzt liegen diese Teile auf dem Meeresgrund. 

Havarie möglicherweise wegen Torpedoeinschlag

Die Ursa Major kam aus dem russischen Seehafen Ust-Luga in der finnischen Bucht im Oblast Leningrad und hatte 16 Besatzungsmitglieder an Bord. Der Frachter wurde auf dem Weg rund um die iberische Halbinsel von zwei russischen Kriegsschiffen begleitet, als plötzlich mehrere Explosionen im Maschinenraum ausgelöst wurden. Innerhalb kürzester Zeit sank der Frachter mit seiner gefährlichen Ladung, während die spanische Küstenwache 14 Besatzungsmitglieder retten konnte. Zwei Matrosen starben bei der Explosion. Seither sorgen sowohl die Umstände der Havarie als auch die Ladung für internationale Aufmerksamkeit und Unruhe. Laut den spanischen Untersuchungen sank das Schiff nämlich nicht aufgrund einer Explosion im Maschinenraum, sondern durch entweder Torpedobeschuss oder aufgrund einer Mine, die direkt am Rumpf des Schiffes befestigt wurde. Russland beschuldigt westliche Nachrichtendienste und die NATO, das Schiff angegriffen zu haben, und nennt die Versenkung „einen terroristischen Akt westlicher Aggression“.

Genauere Untersuchung unmöglich 

Im Kreuzverhör mit den spanischen Behörden hat der Kapitän der Ursa Major jetzt zugegeben, dass es sich bei der Ladung nicht um Lukendeckel handelte, sondern um Teile einer Atomanlage. Weiterhin gab er an, dass sich seines Wissens nach kein nuklearer Brennstoff auf dem Schiff befand. Genauere Untersuchungen des versunkenen Schiffes und seiner mysteriösen Ladung sind allerdings laut den Spaniern nicht möglich, weil sich das Wrack in einer Tiefe von 2500 Metern unter der Wasseroberfläche befindet, und eine Bergung „ist ohne erhebliche technische Ressourcen und Risiken nicht möglich.“ Messungen im Bereich des untergegangenen Schiffes haben laut den Behörden bisher keine radioaktiven Ausschläge gegeben, aber Experten für Schiffshavarien haben jetzt infrage gestellt, warum die spanische Regierung eine Bergungsaktion für zu riskant hält, wenn kein radioaktives Material im Spiel ist. 

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Alexander Grünstedt