

Der Krieg hat die Kraftstoffpreise in die Höhe schnellen lassen. Da der Besitz eines Autos in Deutschland ohnehin schon so teuer ist, kommt dieser plötzliche Preisanstieg wie ein Hammerschlag. Nun gibt es weitere schlechte Nachrichten.
Laut ADAC kostet Super E10 derzeit durchschnittlich 1,897 Euro und Diesel 1,917 Euro pro Liter. Aber das Problem mit einem Durchschnitt ist, dass es eben ein Durchschnitt ist. An einigen Orten berichten Autofahrer von Preisen von über 2 Euro pro Liter Diesel zu Spitzenzeiten. Aber was kann man tun? Die Nachrichten sind düster: Die Optionen sind gerade noch eingeschränkter geworden.
Tanken im Ausland wird immer riskanter
Viele deutsche Autofahrer glauben, sie hätten die perfekte Lösung gefunden: Wenn die Spritpreise in Deutschland unerträglich teuer werden, tankt man einfach im Ausland. Schließlich bieten Tschechien und Polen Sprit zu viel günstigeren Preisen an: Mit einem kleinen Ausflug über die Grenze lassen sich bis zu 60 Cent pro Liter sparen.
Das Problem ist: Tausende Menschen denken genauso und damit sich die Fahrt lohnt, füllen sie nicht nur ihr Auto, sondern auch Benzinkanister. Und nun geht den ersten Tankstellen in Grenznähe der Sprit aus: Wie Tag24 berichtet, waren die Tankstelle „Travel Free“ in Cinovec und die Prim-Tankstelle in Sebnitz/Vilemov (Tschechien) gestern leer. Stellen Sie sich vor, Sie fahren den ganzen Weg und werden dann enttäuscht!
Autofahrern wird empfohlen, sich im Voraus sorgfältig zu informieren
Die Ersparnis beim Tanken hängt natürlich davon ab, wie weit Sie fahren müssen, um zu tanken. Je mehr Sprit Sie verbrauchen, um zur Tankstelle zu gelangen, desto weniger Geld sparen Sie letztendlich.
Wer dennoch sein Glück im Ausland versuchen möchte, sollte sich vorher gründlich informieren. Websites wie Mapy.cz (oder deren Android-/iOS-App) zeigen den Status tschechischer Tankstellen und die zu erwartenden aktuellen Preise an. Für Polen ist die App Fuelio sehr zu empfehlen. Viele nutzen auch Online-Foren, um sich über die besten Tankstellen zu informieren. Schließlich kann auch die Kraftstoffqualität variieren.
Tanken in Deutschland: Keine Spritpreisbremse, sagt Wirtschaftsministerin
In Deutschland gibt es bislang keinen Hoffnungsschimmer am Horizont. Der ADAC hat den Ölkonzernen Preistreiberei in Form von ungerechtfertigten Preisaufschlägen an den Tankstellen vorgeworfen und die Politik aufgefordert, Maßnahmen zur Senkung der Preise zu ergreifen. Diese könnten beispielsweise in einer vorübergehenden Senkung der Energiesteuer bestehen, so der ADAC. Andere haben eine Spritpreisbremse gefordert. Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche hat sich jedoch klar gegen diese Maßnahme ausgesprochen: „Die steht nicht auf der Agenda“, sagte sie am Rande der Handwerksmesse in München.
Was können Autofahrer noch tun?
Für diejenigen, die auf ihr Auto angewiesen sind, sind dies wirklich schwierige Zeiten. Die Politik will vorerst abwarten – schließlich hat Trump versprochen, den Ölfluss durch die Straße von Hormus wieder in Gang zu bringen. Im Ausland zu tanken birgt ein gewisses Risiko – den Tankstellen geht der Sprit aus, und außerdem ist dies nicht für jeden eine Option.
Der ADAC empfiehlt, die Preise der Tankstellen in Ihrer Umgebung sorgfältig zu vergleichen. Morgens ist das Tanken am teuersten – insbesondere zwischen 7 und 8 Uhr sollte man es vermeiden. Am frühen Abend ist es in der Regel am günstigsten. Die Verwendung einer App zum Vergleich der Spritpreise ist ebenfalls sehr zu empfehlen.