

Weihnachtsmärkte in Innenstädten gehören für viele zu den essenziellen Bestandteilen der deutschen Kultur. Städte und Gemeinden konkurrieren gerne miteinander um die Gunst der Weihnachtsshopper und mehr als ein Weihnachtsmarkt in Deutschland präsentiert sich als der „Beliebteste“ des Landes.
Allerdings haben die Anschläge auf die Weihnachtsmärkte in Berlin (2016) und Magdeburg (2024) der letzten Jahre einen Dämpfer auf die weihnachtliche Vorfreude gelegt und der Anspruch auf erhöhte Sicherheitsmaßnahmen plagt die Behörden im ganzen Land. Bereits im letzten Jahr mussten viele traditionelle Märkte wegen Finanzierungsproblemen und Sorgen über die Sicherheit gestrichen werden. In diesem Jahr kommen weitere Märkte hinzu, die von den jeweiligen Stadtverwaltungen als nicht länger tragbar angesehen werden.
Stornierung wegen Großbaustelle
Große Enttäuschung herrscht zurzeit in Berlin, wo gerade der Wintertraum-Weihnachtsmarkt in letzter Minute abgesagt werden musste. Laut den Veranstaltern befindet sich der normale Standort in dieser Vorweihnachtszeit im Umbau und Versuche, eine alternative Veranstaltungsfläche in der Landeshauptstadt zu finden, seien an dem fehlenden Willen zur Zusammenarbeit der zuständigen Behörden gescheitert. Die Bürokratie, die mit dem Genehmigungsverfahren im Zusammenhang mit der Veranstaltung verbunden ist, sei schlichtweg überwältigend gewesen und die Stadt habe keinerlei Anstalten gemacht, bei der Suche nach einem neuen Standort behilflich zu sein oder Zugeständnisse zu machen.
Keine Besucher in Hamburg
Auch in Hamburg muss der Wintertreff Dulsberg auf dem Straßburger Platz im letzten Moment storniert werden. Dabei wurde gerade kurz zuvor zur großen Eröffnung eingeladen und die Internetseite des Veranstalters reklamiert auch in diesem Jahr für ein großartiges Familienangebot. Als Grund für die kurzfristige Absage geben die Veranstalter zu niedrige Besucherzahlen im vergangenen Jahr an. Im Gegensatz zum Wintertraum-Markt in Berlin, der im nächsten Jahr an seinem alten Standort wiederkehrt, wird der Hamburger Weihnachtsmarkt für immer niedergelegt.
Auch München betroffen
Auch im Süden Deutschlands kam es zu einer Schließung, nachdem die Gemeinde Kirchheim bei München mit leeren Kassen konfrontiert wurde und den örtlichen Christkindlmarkt absagen musste. Kirchheims Schuldenberg ist im Laufe der letzten Wochen ins Unbezahlbare gestiegen, sodass man sich dort keine außerordentliche Veranstaltung mehr leisten kann. Der Grund für die Misere der Gemeinde liegt nach Angaben der Behörden in einem dramatischen Rückgang der Gewerbesteuereinnahmen.