

Für das brutale und menschenverachtende Regime im Iran stellt sich die Wahlniederlage des amerikanischen Präsidenten Donald Trump als ein Sieg dar, für den sich die Mitglieder der undemokratischen Regierung der Islamischen Revolutionsgarde teilweise verantwortlich fühlen. Die Freude über die Niederlage der Republikaner in den Zwischenwahlen hat aber das militante Regime nicht davon abgehalten, nach weiteren vermeintlichen Feinden zu suchen und diese mit Vernichtung durch Langstreckenraketen zu bedrohen.
Jetzt ist ausgerechnet die Bundesrepublik in den Fokus der Despoten geraten und in einem gerade veröffentlichten Propagandavideo der Militärjunta bedrohen die Iraner Ziele in Deutschland. Gleichzeitig wurde ein Banner mit ähnlichen Drohungen an der deutschen Botschaft in Teheran angebracht und ein iranischer Sicherheitspolitiker ließ über den europäischen Nachrichtensender Euronews verlauten, dass Angriffe auf deutsche und italienische Ziele unmittelbar bevorstünden.
Warnung an deutsche Bürger
Laut einem Sprecher der iranischen Regierung habe man in Teheran gerade einen neuen Ansatz für den Krieg mit den USA ausgearbeitet, der nicht nur die USA, sondern auch die europäischen Länder für Angriffe in Betracht ziehe. Der Grund sei die Unterstützung, die Berlin, Paris und London für die Vereinigten Staaten und den Erzfeind Israel an den Tag legen. Dabei wies der Regierungssprecher darauf hin, dass die Europäer den Krieg von Anfang an befürwortet hatten und den Amerikanern militärische Flugplätze und Anlagen zur Verfügung stellten, die als Ausgangspunkt für die Angriffe auf den Iran dienten. Europäische Bürger, die in der Nähe von amerikanischen Stützpunkten in Europa lebten, und Einwohner der Hauptstädte sollten sich deshalb auf iranische Angriffe durch Langstreckenraketen und Sabotageakte gefasst machen.
Deutsche Botschaft in bedrohlicher Situation
Im Laufe des vergangenen Monats kam es auch vermehrt zu Schikanen der Revolutionsgarde gegen die deutsche Botschaft in Teheran. Am Jahrestag der Besetzung der amerikanischen Botschaft in Teheran am 4. November 1979 wurde ein Banner mit der Aufschrift „Europa wird den Preis für die Unterstützung Israels zahlen“ am Zaun des deutschen Botschaftsgeländes in Teheran aufgehängt. Bereits vor drei Wochen wurde der deutsche Botschafter im Iran, Axel Dittmann, vom iranischen Außenministerium einbestellt, um ihm Proteste gegen die „verächtliche Haltung bestimmter deutscher Amtsträger“ zu übermitteln. Das Auswärtige Amt der Bundesrepublik hat daraufhin die Reisewarnungen für den Iran ausgeweitet und alle deutschen Staatsangehörigen dazu aufgefordert, das Land sofort zu verlassen. Gleichzeitig warnt das Amt sogenannte „Abenteuertouristen“ davor, den Iran zu besuchen, weil die Botschaft in Teheran nicht mehr dazu imstande ist, deutschen Mitbürgern beizustehen.