

Deutschland und Japan hatten über viele Jahrzehnte hinweg ein besonderes Verhältnis, das sich auch darin zeigte, dass Reisende mit einem deutschen Pass ungehindert und ohne weitere Umschweife in das asiatische Land einreisen konnten. Damit soll allerdings jetzt Schluss sein, denn auch die Japaner haben große Probleme mit Übertourismus.
Die neue japanische Regierung hat deshalb beschlossen, die Einreise in das Land in Zukunft besser zu regulieren, und ist gerade dabei, ein neues elektronisches Visum-Verfahren auszurollen. Das neue System wird JESTA genannt und basiert auf einem ähnlichen Verfahren wie die ESTA-Genehmigung der Vereinigten Staaten. Wer nach Japan reist, oder einen japanischen Flughafen zum Umsteigen auf ein anderes Ziel nutzt, muss sich künftig voraus auf einem Onlineportal registrieren.
Unerwünschte Besucher werden abgelehnt
Das Ziel der japanischen Regierung ist es, sich schon im Voraus eine Übersicht darüber zu verschaffen, wer eigentlich in das Land einreisen will. Dabei sollen unerwünschte Besucher bereits bei der Antragstellung abgewiesen werden. Bevor das Visum ausgestellt werden kann, müssen Reisende nach Japan Angaben zu ihrer Passnummer, der Aufenthaltsdauer, der Unterkunft und dem Reisezweck machen. Außerdem wird eine Gebühr abverlangt, deren Höhe noch nicht festgesetzt wurde. Der enorme Anstieg der Touristenzahlen im Lande hat im Laufe der letzten Jahre seit der Pandemie dazu geführt, dass kritische Infrastruktur in Japan überlastet wurde und die Einheimischen oft unter dem Ansturm zu leiden hatten.
Japan nicht das einzige Land mit elektronischem Visum
Das elektronische Einreisevisum wurde zuerst von den Vereinigten Staaten eingeführt, die damit besser kontrollieren wollten, dass Touristen ihre Visumzeit nicht überschritten und länger im Land verblieben. Mittlerweile haben eine Reihe von Ländern das System übernommen. Wer einen deutschen Pass hat, muss neben den USA auch in Kanada, Australien, Neuseeland, Israel, Kenia, Sri Lanka und seit Neuem auch in Großbritannien eine elektronische Anmeldung vornehmen. Wer ohne gültige Genehmigung reist, riskiert bereits beim Check-in Probleme oder muss mit Einreiseverweigerung rechnen. Auch umgekehrt müssen Staatsbürger mehrerer Länder, darunter auch Japaner, seit letztem Jahr einen elektronischen Antrag stellen, um in die EU einreisen zu können.