Karl Lauterbach rechnet mit 2. Lockdown

Die Lage ist sehr ernst und seit Tagen beschäftigt die Politik nur eine Frage: Kann Deutschland einen zweiten Lockdown verhindern? Dies sei Karl Lauterbach maximal dann möglich, wenn die Bürger der Republik ihr Verhalten in diesen Zeiten drastisch ändern. „Es wird darauf ankommen, wie sich die Bevölkerung verhält. Das ist wichtiger als einzelne Maßnahmen. Viele Auflagen lassen sich ohnehin schwer überprüfen“, sagte der Mediziner in einem Interview.


Sollte sich das Coronavirus weiterhin so schnell in Deutschland ausbreiten rechnet Lauterbach mit lokalen Shutdowns in ganz Deutschland. „Es ist ganz simpel. Der R-Wert liegt bei etwa 1,3. Wenn wir den nicht runter bekommen, steigen die täglichen Fallzahlen innerhalb kürzester Zeit so stark an, dass die Kliniken und Gesundheitsämter überlaufen werden. Dann kommen lokale Shutdowns.“

Laut Lagebericht des Robert Koch-Instituts von Samstagabend lag der R-Wert bei 1,4. Das bedeutet, dass ein Infizierter im Schnitt rund 1,4 weitere Menschen mit dem Virus ansteckt.

Doch ob die Menschen ihr Verhalten gemäß der Situation anpassen werden, ist nicht nur unklar, sondern schlicht zweifelhaft. Deutschlands Polizeigewerkschaften lassen verlauten, dass die Stimmung in der Bevölkerung immer aggressiver wird und das Auseinandersetzungen über die Einhaltung der Corona-Regeln immer häufiger eskalieren. „Nach wie vor gibt es immer noch eine hohe Akzeptanz für die Corona-Regeln, aber wir spüren auch, dass die Stimmung beginnt, aggressiver zu werden – zum Beispiel wenn wir als Polizei die Maßnahmen durchsetzen wollen», sagte der Vize-Chef der Gewerkschaft der Polizei (GdP), Jörg Radek, der Deutschen Presse-Agentur (dpa). „Da kommt es dann zu Widerstand. Das fängt an mit Beleidigungen, dann wird gepöbelt, gespuckt, angehustet. Das alles erleben unsere Kolleginnen und Kollegen in dieser Pandemie.“

Die Ordnungswidrigkeiten gehen jedoch nicht nur von den sogenannten Maskenverweigern aus. Immer häufiger fordern auch besorgte Bürger ihre Schutzrechte stärker ein und weisen Menschen ohne Masken auf ihr Fehlverhalten hin. Aus diesem Grunde käme es laut Radek nun vermehrt zu solchen Einsätzen der Polizei.