

Eine Videoaufnahme zeigt die schrecklichen Momente nach dem Absturz: Flammen schießen in den Himmel, während Rettungskräfte verzweifelt nach Überlebenden suchen. Doch dies war kein gewöhnliches Flugzeug.
Einer der letzten noch verbliebenen russischen Langstreckenbomber vom Typ Tu-95 ist in einem unbewohnten Gebiet im Oblast Amur nahe der Grenze zu China abgestürzt. Nach Angaben der staatlichen Nachrichtenagentur TASS kamen sechs Besatzungsmitglieder ums Leben, eine Person überlebte verletzt. Der Tu-95-Bomber hat in der Regel eine Besatzung von 6 bis 7 Personen.
Tu-95 als Langstrecken-Atombomber konzipiert
Wie es zu diesem schrecklichen Unglück kommen konnte, soll nun untersucht werden. Die Tupolew Tu-95, von der NATO auch als „Bär“ bezeichnet, gehört zu den ältesten Flugzeugen der russischen Flotte. Der Bomber wurde ursprünglich in den 1950er Jahren zu Abschreckungszwecken und zum Abwurf von Freifallbomben gebaut und ist in der Lage, sowohl Atomwaffen als auch moderne konventionelle Raketen zu tragen.
Die Tu-95 ist auch in der Ukraine zum Einsatz gekommen. Zwar wurde dort keines abgeschossen, doch wurden mehrere Flugzeuge bei ukrainischen Drohnenangriffen am Boden zerstört, insbesondere während der „Operation Spinnennetz“. Schätzungen zufolge hat Russland auf diese Weise zwischen 10 und 15 Tu-95 verloren. Nach neuesten Informationen bleiben noch etwa 40 Maschinen übrig.
Tu-95-Triebwerke brandanfällig
Angetrieben von NK-12-Turboprop-Triebwerken (mit je zwei gegenläufigen Propellern an jedem Flügel) ist das riesige Flugzeug dafür bekannt, langsam und sehr laut zu sein. Es ist jedoch äußerst treibstoffsparend und in der Lage, große Entfernungen zurückzulegen. Seine Reichweite beträgt laut ntv bis zu 15.000 km.
Dies scheint neben der Tragfähigkeit und der bloßen Präsenz am Himmel die besondere Stärke der Tu-95 zu sein. Trotz seines Alters beabsichtigt Russland nicht, das Flugzeug vor 2040 aus dem Dienst zu nehmen. Eine seiner bekannten Schwächen sind jedoch die Triebwerke: Die großen Turboprop-Triebwerke und ihre massiven Propeller sind extremen Belastungen ausgesetzt, was in der Vergangenheit zu Getriebeschäden und Triebwerksbränden geführt hat.
Moskau spricht von einem Unfall
Die in den Absturz verwickelte Tu-95 befand sich Berichten zufolge auf einem Trainingsflug, als sich das Unglück ereignete. Erste Medienberichte sprechen von einer angeblichen technischen Störung oder einer Explosion an Bord. Die russischen Behörden haben inzwischen bestätigt, dass es sich um einen Trainingsunfall handelte und nicht um eine feindliche Handlung. Gestern Abend waren Ermittler auf dem Weg zur Unfallstelle, um die Ursache des Absturzes zu ermitteln.
Foto: US Navy, Public domain, via Wikimedia Commons