Kein Geld: Zahlreiche Banken von massiven Störungen betroffen

Ein Albtraum für Verbraucher: Elektronische Zahlungen sind nur so lange praktisch, wie sie funktionieren! Das hat eine massive Störung der Systeme zahlreicher Banken und anderer Organisationen deutlich gemacht. Nun müssen Konsequenzen gezogen werden.

Ärgerlich und äußerst besorgniserregend: Millionen von Bankkunden und Mitarbeitern verschiedener Organisationen erlebten gestern mehrere frustrierende Stunden, nachdem eine Systemstörung zu erheblichen Problemen geführt hatte.

Banken erleben massive Systemstörungen
Was ist passiert? Medienberichten zufolge begann der Ausfall gestern Morgen um 08:08 Uhr. Laut Google war es in seinem Google-Cloud-Rechenzentrum in der Nähe von London (Zone „europe-west2-b“) zu einem sogenannten „Power Event“ gekommen. Es dauerte rund sechs Stunden, bis die meisten Dienste wiederhergestellt waren und die Auswirkungen weitgehend behoben waren.

Für die Verbraucher sah die Sache jedoch anders aus: Den größten Teil des Tages über funktionierte bei ihrer Bank schlichtweg nichts. Zu den Banken, deren Systeme von dem Google-Cloud-Ausfall betroffen waren, gehörten nicht nur britische Institute wie Lloyds, HSBC und Halifax, sondern auch die beliebte Neobank Revolut. Auch ING Deutschland hatte Probleme.

Millionen deutscher Verbraucher betroffen
Revolut wirbt derzeit intensiv um Kunden in Deutschland und bietet Neukunden, die ein Tagesgeldkonto in Kombination mit einem Girokonto eröffnen, attraktive Zinsen in Höhe von 4,25 %. Gestern waren viele der mittlerweile rund 3 Millionen deutschen Kunden gezwungen, auf Konten zurückzugreifen, die sie vielleicht noch bei anderen Finanzinstituten unterhalten – oder auf Bargeld. Um 17 Uhr hatte Revolut erst 6 von 27 Kerndiensten wiederhergestellt.

Zahlreiche Revolut-Kunden berichteten, dass sie bis spät in den Abend hinein keine Kartenzahlungen vornehmen, keine Überweisungen tätigen und kein Bargeld am Geldautomaten abheben konnten. Schlimmer noch: Die Systemstörung wirkte sich auch auf die Aktualisierungen der Statusseite aus, sodass viele Dienste als „betriebsbereit“ angezeigt wurden, obwohl dies nicht der Fall war.

Auch Kunden der ING Deutschland waren von Störungen betroffen. In diesem Fall stellte die Bank später klar, dass ihre technischen Probleme zwar „parallel“ zum Ausfall der Google Cloud auftraten, jedoch nicht direkt dadurch verursacht wurden. Wie dem auch sei: Kunden der ING Deutschland konnten sich vom frühen Morgen bis zum Mittag weder über die Mobile-Banking-App noch über die Website im Internet in ihre Konten einloggen. Wie die „Stuttgarter Zeitung“ berichtet, konnten Nutzer während des Ausfalls daher weder ihren Kontostand abfragen noch Überweisungen tätigen oder auf ihre Wertpapier- bzw. Anlagekonten zugreifen.

Sind kritische Dienste in Gefahr?
Ein Stromausfall – und plötzlich funktioniert nichts mehr. Wie Reuters hervorhebt, rückt dieser Vorfall die Bedenken der britischen und EU-Aufsichtsbehörden hinsichtlich der wachsenden Abhängigkeit des Finanzsektors von einer kleinen Anzahl externer Technologieanbieter in den Fokus, insbesondere von Cloud-Unternehmen, die kritische Bankdienstleistungen unterstützen. Die Verbraucher in diesem Land mögen insgesamt nur in relativ geringem Maße von dem gestrigen Vorfall betroffen gewesen sein, doch er ist zweifellos eine Warnung, die nicht ignoriert werden sollte.

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Oskar Herbert