

Ein Begriff für alle, die gute Schokolade lieben: Nun bleibt leider wohl nicht mehr viel Zeit, um sich die einst so beliebten süßen Kreationen eines einzigartigen Chocolatiers zu sichern. Nach fast 100 Jahren im Geschäft musste einer der wenigen verbliebenen traditionellen Schokoladenhersteller Deutschlands Insolvenz anmelden.
Seine Läden sehen aus wie der Traum eines jeden Schokoladenliebhabers, seine Website lässt einem das Wasser im Mund zusammenlaufen: Doch trotz alledem befindet sich ein einst sehr beliebter deutscher Schokoladenhersteller derzeit in einer schweren finanziellen Notlage.
Traditions-Schokoladenhersteller ist insolvent
Ein weiteres traditionsreiches deutsches Unternehmen steckt in Schwierigkeiten. Wie nun bekannt wurde, haben die Eigentümer der Confiserie Paulsen, Hersteller von Pralinen und handgeschöpfter Schokolade, beim Amtsgericht Hamburg Insolvenz angemeldet.
Bei der betroffenen Betreibergesellschaft handelt es sich um die Biebl Handelsgesellschaft mbH, die die Schokoladenmanufaktur 1998 von der Gründerfamilie übernommen hatte. Zu diesem Zeitpunkt verkaufte die Confiserie Paulsen bereits seit 1928 erlesene Pralinen und Süßwaren in Hamburg und darüber hinaus. So mancher besondere Anlass – von Hochzeiten über Geburtstage bis hin zu Firmenfeiern sowie die Weihnachtsfeiertage unzähliger Menschen – wurde durch die edlen Pralinen und einzigartigen Süßwaren der Confiserie noch besonderer gemacht.
Leider haben die Herausforderungen, mit denen so viele Unternehmen heutzutage zu kämpfen haben, auch die Confiserie Paulsen nicht verschont: In den letzten Jahren sind die Kosten immer weiter gestiegen – insbesondere die Preise für Rohstoffe wie Kakao und Energie haben ein schmerzhaftes Niveau erreicht. Gleichzeitig sind die Anlässe seltener geworden, bei denen sich Verbraucher handgefertigte Schokolade oder Pralinen gönnen möchten, die natürlich etwas teurer sind und etwas mehr Aufwand erfordern als der Kauf von Schokolade im Supermarkt.
Geschäftsführer bereit, für „Marke und Betrieb“ zu kämpfen
Geschäftsführer Kurt Biebl ist jedoch nicht bereit, einfach so aufzugeben. Zumindest sind mit dem gestellten Insolvenzantrag die Löhne der Mitarbeiter der Confiserie Paulsen für die nächsten drei Monate gesichert. In dieser Zeit „werden wir um die Marke und den Betrieb kämpfen und nach Möglichkeiten suchen, alles zu erhalten“, so Biebl.
Der bestellte Insolvenzverwalter prüft derzeit verschiedene Sanierungsoptionen, obwohl auch ein Verkauf des Unternehmens eine Option sein könnte.
Alle Filialen sollen vorerst geöffnet bleiben. Dazu gehören die „Confiserie Paulsen Chocolate Bars“, in denen auch Kaffee, heiße Schokolade und andere Getränke serviert werden, sowie die „Confiserie Paulsen Manufaktur“ und weitere Geschäfte. Auch online werden weiterhin Bestellungen entgegengenommen, wenngleich die Versandtage aufgrund der Hitze eingeschränkt werden mussten.
Es ist zu hoffen, dass der traditionsreiche Schokoladenhersteller die Wende schaffen und sein ins Straucheln geratenes Geschäft erfolgreich wiederbeleben kann.