Nach Midterm-Schlappe: Trump will auswandern

Die Ergebnisse der mit Spannung erwarteten Zwischenwahlen in den Vereinigten Staaten werden voraussichtlich für die Republikanische Partei und den amerikanischen Präsidenten Donald Trump noch schlechter ausfallen, als selbst die Umfragen und Prognosen vorausgesagt haben. Dabei haben die Republikaner nicht nur ihre knappe Mehrheit im Abgeordnetenhaus, dem Kongress, verloren, sondern auch im Oberhaus, dem Senat. Für den amerikanischen Präsidenten bedeutet dies, dass er die meisten seiner tiefgreifenden Entscheidungen in den letzten zwei Jahren seiner Amtszeit den „Feinden“ in der demokratischen Partei zur Abstimmung vorlegen muss.

Zwar hat Trump die Niederlage der Republikaner überraschend ohne weiteres akzeptiert, aber gleichzeitig die Anschuldigung von sich gewiesen, für das miserable Resultat verantwortlich zu sein. Dennoch hat auch er einsehen müssen, dass seine Beliebtheit im Lande nicht ganz seinen eigenen Vorstellungen entspricht. In einem Live-Interview am Wahltag auf dem amerikanischen Nachrichtensender FoxTV gab Trump jetzt bekannt, dass er auswandern wird, sollten die Amerikaner von ihm die Nase voll haben. Laut eigenen Aussagen soll er im Zielland eine 99-prozentige Zustimmungsquote haben.

Beliebter außerhalb der US-amerikanischen Grenzen 

Mit den Worten: „Ich habe in Israel eine Zustimmungsrate von 99 Prozent – können Sie das glauben?“, sagte Trump in dem Telefongespräch mit den Moderatoren der politischen Diskussionsrunde „Fox & Friends“. „Wenn die Leute in den USA jemals genug von mir haben sollten, werde ich nach Israel ziehen und dort Premierminister werden.“ Wie gewöhnlich müssen mit den Aussagen des Präsidenten gewisse Übertreibungen und Unwahrheiten in Betracht gezogen werden. Umfragen in Israel zeigten aber vor den amerikanischen Wahlen ein höheres Vertrauen in Trump in Israel, als die eigenen Landsleute in ihren Präsidenten an den Tag legten. Allerdings könnte sich seit heute Morgen auch in Israel das Blatt wenden, denn der unberechenbare amerikanische Präsident kündigte jetzt an, die Subventionen an die jüdischen Verbündeten einzuziehen.

Israel verliert 3,6 Milliarden Euro 

Im gleichen Interview auf FoxTV verkündete der amerikanische Präsident, dass die Vereinigten Staaten die Militärhilfe für Israel, die sich jährlich auf etwa 3,6 Milliarden Euro belief, einstellen werden. Die Streichung der Subventionen kommt laut Trump mit dem Einverständnis des amtierenden israelischen Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu und erfolgt zwei Jahre vor der vereinbarten Frist im Jahre 2028. Als Begründung für die plötzliche Einstellung der Hilfe, die laut dem Amerikaner aus „Dingen und Geld“ besteht, gibt Trump an, dass Israel keine weitere Unterstützung benötige: „Wenn sie sie tatsächlich bräuchten, würde ich sagen: Macht weiter!“

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Alexander Grünstedt