Neuer heimtückischer Übergriff in deutschem Zug

Beinahe 3 Milliarden Mitbürger nutzen jedes Jahr Züge in Deutschland und hoffen dabei, ohne Gefahr für Leib und Leben auf der Arbeit oder dem Ferienziel anzukommen. Im Laufe der letzten Jahre hat jedoch die Anzahl der Übergriffe auf deutschen Fern- und Nahverkehrszügen stark zugenommen. Mehr als 5600 Gewaltdelikte in deutschen Zügen und Bahnhöfen wurden im vergangenen Jahr angezeigt, und die Tendenz ist steigend. 

Zuletzt geriet der Fall des 36-jährigen Zugbegleiters Serkan Çalar bundesweit in die Nachrichten, nachdem er im Regionalexpress bei Landstuhl in Rheinland-Pfalz von einem 26-jährigen Griechen totgeprügelt wurde. In einem neuen Fall in Bayern wurde ein Polizeibeamter verletzt, nachdem ein Passagier auf einem Regionalzug randalierte und Mitreisende bedrohte. 

Falscher Fahrkartenkontrolleur  

Der Vorfall ereignete sich in Grafing außerhalb von München gestern Abend kurz nach 19 Uhr. Ein Fahrgast, der sich als Fahrkartenkontrolleur ausgab, verlangte, das Ticket eines anderen Fahrgasts zu sehen. Nachdem dieser sich aufgrund der offensichtlichen Trunkenheit des falschen Schaffners weigerte, der Aufforderung Folge zu leisten, kam es zu einem Gerangel. Dabei fiel der betrunkene Hochstapler hin und alarmierte die Polizei. Da sich der Angreifer über Rückenschmerzen beschwerte, wurde ein Krankenwagen einberufen. Als dieser ankam, begann der stark betrunkene Mann mit einer neuen Randale und legte sich kurzerhand vor den Rettungswagen. Einem Polizisten, der ihm wieder auf die Beine helfen wollte, trat er ins Gesicht. Daraufhin musste der Randalierer in Fesseln gelegt und unter äußerst schwierigen Umständen, bei denen der Täter ununterbrochen die Rettungskräfte verbal und physisch angriff, in ein Klinikum gebracht werden. Ein Alkoholtest des Randalierers hat 2,0 Promille angezeigt. 

Nicht zum ersten Mal  

Eine nähere Überprüfung der Personalien des Zug-Randalierers ergab, dass der Mann bereits aufgrund mehrerer Gewalts- und Eigentumsdelikte polizeibekannt war. Nach einer kurzen Behandlung im Klinikum wurde er in ein psychiatrisches Krankenhaus überführt. Dies ist nicht das erste Mal, dass Grafing und der regionale Bahnhof in die Schlagzeilen gerieten. Im Mai 2016 ist dort ein 27-Jähriger Amok gelaufen und hat wahllos auf wartende Passagiere eingestochen. Dabei kam ein Mensch ums Leben, drei weitere wurden schwer verletzt. Der Täter wurde später aufgrund einer Psychose für schuldunfähig erklärt und dauerhaft in die Psychiatrie eingewiesen. 

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Alexander Grünstedt