

Die Angriffe auf die essenzielle deutsche Infrastruktur häufen sich und neben Flughäfen steht besonders die Deutsche Bahn im Fokus von Attentätern und ausländischen Agitatoren. Immer öfter kommt es zu Manipulationen von Signalen, blockierten Schienenstreifen oder Cyberattacken, die den Bahnverkehr beeinträchtigen und Tausende Passagiere in Gefahr bringen.
1,4 Milliarden Passagiere nutzen die Deutsche Bahn jedes Jahr und bieten Terroristen oder Agenten feindlich gesinnter Staaten, darunter Russland und der Iran, eine willkommene Möglichkeit, so viele Menschenleben wie möglich zu beeinträchtigen. In der Nacht zum Montag kam es schon wieder zu einem hinterhältigen Angriff. Bei Nacht und Nebel sind Unbekannte in einen Schacht in der Nähe einer Eisenbahnbrücke eingedrungen und haben die dort verlaufenden Kabel durchtrennt.
Von der Umwelt abgeschnitten
Der Vorfall ereignete sich auf der Bahnstrecke zwischen Backnang und dem Stadtteil Maubach im baden-württembergischen Rems-Murr-Kreis in der Nähe von Stuttgart. Mitarbeiter der Bahn wurden auf die Sabotage aufmerksam, nachdem ihnen Fehlermeldungen über das interne Netz der Bahn aufgefallen waren. Die kurz darauf entdeckte Kabeldurchtrennung beeinträchtigte nicht nur den örtlichen Bahnverkehr, sondern schnitt auch die Bevölkerung von Backnang (38 000 Einwohner) digital von der Außenwelt ab. Sowohl die Internet- als auch die Telefonverbindungen wurden bei dem Anschlag aus dem Verkehr gezogen und konnten erst nach mehreren Stunden wiederhergestellt werden.
Staatsschutz eingeschaltet
Jetzt wurde die Staatsschutzabteilung der baden-württembergischen Polizei eingeschaltet, um die Hintergründe für die Tat herauszufinden. Ermittler und Spurensicherer haben bereits den Tatort nach DNA-Spuren untersucht und auch die Werkzeugspuren an den durchtrennten Kabeln haben erste Hinweise gegeben. Die Polizei und der Staatsschutz sind jetzt auf der Suche nach Zeugen, die sich am vergangenen Sonntag in dem Gebiet auf Feld- und Wanderwegen aufgehalten und dabei möglicherweise verdächtige Beobachtungen gemacht haben. Dabei machen die Ermittler besonders darauf aufmerksam, dass sich die Saboteure voraussichtlich als Bahnarbeiter verkleidet hatten, um die Auffälligkeit des mitgebrachten Werkzeugs zu tarnen. Zeugen werden deshalb gebeten, sich unter der Telefonnummer 07361 5800 beim Polizeipräsidium Aalen zu melden.