

Plötzlich sind über 1000 Euro weg! Die Vorfälle nehmen immer mehr zu: Die Polizei warnt die Bevölkerung, da immer mehr Bürger von Erfahrungen mit skrupellosen Unternehmen berichten, die diejenigen ausnutzen, die dringend Hilfe benötigen.
Wie viele von uns sind schon einmal aus dem Urlaub zurückgekommen und standen vor einem Notfall, der die sofortige Hilfe eines Spezialisten erforderte? Ein verlorener Schlüssel, ein Rohrbruch – oder sogar ein Hornissennest, das sich an einer ungünstigen Stelle festgesetzt hat? In einem solchen Fall verlassen wir uns vielleicht auf eine Google-Suche, um das nächstgelegene Fachunternehmen zu finden, doch wie die Polizei warnt, gibt es Menschen, die unsere Notlage schnell ausnutzen.
1.400 Euro für die Entfernung eines Hornissennestes
In einem kürzlich von der Aachener Zeitung berichteten Fall entdeckte eine Seniorin aus Aachen-Schmithof ein Hornissennest an ihrem Haus. Daraufhin suchte sie im Internet und fand die Website eines lokalen Fachmanns, der einen Rund-um-die-Uhr-Service zum Festpreis und ohne Anfahrtskosten versprach.
Der Schädlingsbekämpfer war schnell organisiert. Was die ältere Dame nicht erwartet hatte: Eine Forderung von 1.400 Euro für eine Dienstleistung, die normalerweise nicht mehr als 200 Euro kosten sollte – vielleicht bis zu 400 Euro für sehr schwer zugängliche Nester. Kurz gesagt: Die Seniorin zahlte am Ende über 1.000 Euro zu viel. Eine Rechnung erhielt sie nicht.
Recherchen der Aachener Zeitung zufolge scheint das Unternehmen weder seriös zu sein noch aus der Region zu stammen. Eine Überprüfung der im Impressum der Website angegebenen Adresse ergab eine Adresse in München in einer Straße, die dort gar nicht existiert. Schlimmer noch: Es wurden mehrere ähnliche Fälle gemeldet, die nicht nur die Entfernung von Hornissen, sondern auch einen Schlüsseldienst und Wasserschäden betrafen. In jedem Fall zahlte das Opfer am Ende einen Betrag, der weit über dem lag, was eigentlich hätte berechnet werden dürfen – selbst für einen Notdienst. Die Polizei ermittelt daher derzeit wegen des Verdachts auf Wucher gemäß Paragraf 291 des Strafgesetzbuchs.
Bürgern wird geraten, bei der Buchung von Dienstleistungen über das Internet das Unternehmen sorgfältig zu prüfen. Dabei kann es hilfreich sein, die Angaben im Impressum der Website zu überprüfen und unabhängige Bewertungen des Unternehmens zu lesen. Außerdem sollten Sie für jede durchgeführte Arbeit immer eine Rechnung erhalten. Die Polizei warnt davor, sich unter Zahlungsdruck setzen zu lassen. Wenn Ihnen etwas nicht richtig erscheint, sollten Sie Angehörige oder Bekannte in Ihrer Nähe um Hilfe bitten. Wenn Sie sich bedroht fühlen, sollten Sie die Polizei rufen.
Verbraucherzentrale warnt vor „Heimat“-Betrug
„Nach 37 wundervollen Jahren schlagen wir ein neues Kapitel auf …“ Es tut im Herzen weh, wenn man liest, dass ein altes Familienunternehmen den Betrieb aufgeben muss. Viele Menschen werden die Gelegenheit nutzen, lokal hergestellte und einzigartige Produkte von einem solchen Unternehmen zu kaufen, bevor es verschwindet. Das ist Betrügern nur allzu gut bekannt: Wie die Verbraucherzentrale Niedersachsen aktuell warnt, gibt es im Internet zahlreiche Fake-Shops, die mit emotionalen Botschaften werben und die Möglichkeit versprechen, lokal hergestellte Produkte ein letztes Mal zu einem reduzierten Preis zu kaufen. „Eine emotionale Inszenierung soll Vertrauen aufbauen, die angeblich befristete Rabattaktion zum schnellen Kauf animieren“, erklärt Rechtsexpertin Kathrin Bartsch gegenüber der BILD.
Die Produkte sind jedoch weder lokal hergestellt, noch ist das Unternehmen oft überhaupt in Deutschland registriert. „anna-berlin.de“, „mathilde-muenchen.de“ oder „emma-frankfurt.de“ haben ihren Sitz irgendwo zwischen Hongkong und den USA. Bestellungen, sofern sie überhaupt ankommen, erweisen sich als weit unter der erwarteten Qualität; wer Artikel zurücksenden möchte, wird an eine Adresse im Fernen Osten verwiesen.
Verbrauchern wird dringend geraten, sich nicht von einer schön gestalteten Website und einer emotional ansprechenden Botschaft täuschen zu lassen: Bevor Sie eine Bestellung aufgeben, sollten Sie den Shop unbedingt im „Fakeshop-Finder“ der Verbraucherzentralen überprüfen. Anhand des übersichtlichen Ampelsystems können Sie auf einen Blick erkennen, ob dieser Shop aufgrund der bekannten Informationen und der Berichte anderer Verbraucher als Fake einzustufen ist. Eine kurze Überprüfung, wie alt die Internetadresse ist, kann ebenfalls hilfreich sein – wenn sie erst seit Tagen oder wenigen Wochen existiert, handelt es sich wahrscheinlich um einen Fake-Shop. Wenn Sie kürzlich Produkte in einem solchen Shop gekauft haben, sollten Sie sich umgehend an Ihre Bank wenden, um zu fragen, ob eine Rückbuchung möglich ist.