

Mit Unruhe beobachten die meisten Demokratien im Augenblick die zunehmende Nähe und Übereinstimmung zwischen den beiden Regierungschefs Russlands und der Vereinigten Staaten. Dabei macht der amerikanische Präsident immer mehr Zugeständnisse gegenüber dem einstigen Erzfeind Russland, mit der Ukraine als Hauptpreis.
Jetzt kommen aber die ersten deutlichen Hinweise darauf, dass Russland sich nicht nur mit der Ukraine zufriedengeben wird und sich darauf vorbereitet, auch den Rest von Europa unter seine Gewalt zu bringen. Weil man in Russland davon ausgeht, dass Europa sich mit voller Macht gegen einen russischen Einfall wehren wird, setzt man jetzt voll darauf, dass die USA dabei behilflich sein werden, den „faschistischen europäischen Widersacher“ in die Knie zu zwingen.
„Teilen wir alles brüderlich unter uns auf!“
Die furchteinflößenden Pläne für eine amerikanisch-russische militärische Koalition gegen Europa wurden in dieser Woche vor laufender Kamera im russischen Staatsfernsehen von dem Putin-Verbündeten und Kriegshetzer Wladimir Solowjow enthüllt. Solowjow ist Moderator einer politischen Talkrunde im kremlnahen Staatskanal Rossija 1, die jede Woche von Millionen Russen eingeschaltet wird. In der Ausstrahlung am vergangenen Dienstag nahm der Moderator die letzten Zugeständnisse des amerikanischen Präsidenten an Russland, darunter der Öl-Deal mit Putin und die Auseinandersetzungen mit dem ukrainischen Staatsoberhaupt Wolodymyr Selenskyj, zum Anlass, über einen gemeinsamen Angriff auf Europa zu spekulieren. Dabei versprach er dem amerikanischen Präsidenten, dass die beiden nach einem gelungenen Sieg Europa „brüderlich aufteilen“ können. Dass Trump dabei Grönland und Norwegen mit dem Friedensnobelpreis-Komitee erhalten würde, verspräche sich von selbst.
Berlin soll zur „nuklearen Wüste“ werden
Solowjow, der in Russland als „Putins Sprachrohr“ bekannt ist, ist bereits in Deutschland mehrfach unangenehm aufgefallen. Nicht nur träumt der Fernsehmoderator regelmäßig gemeinsam mit Putin von einem spektakulären Einmarsch russischer Truppen in Berlin. Zuletzt ist er auch dazu übergegangen, der russischen Bevölkerung zu versprechen, die deutsche Bundeshauptstadt und die umliegenden Regionen in eine „nukleare Wüste“ zu verwandeln. Inwieweit Trump auf das russische Angebot eingehen wird, ist nicht bekannt, aber auch für den amerikanischen Präsidenten ist das liberale Europa ein Dorn im Auge. Im Gegensatz zu Putin erhofft sich Trump allerdings, die Mitbürger in europäischen Staaten durch Misinformation und Propaganda statt mit Waffengewalt davon zu überzeugen, rechtspopulistische Parteien wie die AfD in Deutschland oder Marine Le Pens RN in Frankreich zu wählen. Beide Parteien stehen sowohl der russischen Ideologie als auch den Idealen des zunehmend mehr totalitären amerikanischen Präsidenten nahe und können somit sowohl Putins als auch Trumps Interessen ohne größeren Aufwand in Europa vertreten.