Schneller und günstiger: Jetzt bekommt die Deutsche Bahn ernsthafte Konkurrenz

Für Verbraucher gibt es zur Abwechslung einmal Grund zum Jubeln: Die Auswahl im Schienenverkehr wächst, und es wird schneller und günstiger: Ab 2027 beginnt ein Konkurrent der Deutschen Bahn, in großem Stil zu expandieren.

In Zeiten teurer Spritpreise entscheiden sich immer mehr Menschen dafür, das Auto zu Hause stehen zu lassen und stattdessen auf öffentliche Verkehrsmittel umzusteigen. Das Angebot der Deutschen Bahn lässt jedoch nach wie vor viel zu wünschen übrig. Jetzt kommt ein Konkurrent ins Spiel, der künftig für echte Veränderungen sorgen will.

Flixtrains plant große Expansion
Flixtrain hat angekündigt, seine Flotte zu vergrößern – und zwar in nicht gerade geringem Umfang. Neue Strecken, häufigere und schnellere Verbindungen: Ein Plan, der all jenen Musik in den Ohren sein wird, die auf die Bahn angewiesen sind oder ihr Auto gerne öfter zu Hause lassen würden.

Die Expansion soll schrittweise, aber spürbar erfolgen: Im Laufe des Jahres 2027 soll die Zahl der grünen Züge verdoppelt und das Angebot auf wichtigen Strecken ausgebaut werden. Zwischen Berlin und Hamburg ist beispielsweise ein stündlicher Takt geplant. Die Fahrzeit der Züge soll dabei deutlich kürzer sein als die der ICE-Züge der Deutschen Bahn. Und während die aktuellen Flixtrains den Ruf haben, etwas spartanisch zu sein, verspricht das Unternehmen auch, seine Züge in Zukunft komfortabler zu gestalten.

Flixtrain investiert 2,4 Milliarden Euro
Im Jahr 2028 plant Flixtrain, seine Flotte um weitere 65 Züge zu erweitern. Dies gab Flixtrain-Chef Matthias Müller auf der Mobilitätsmesse Innotrans in Berlin bekannt. Flixtrain nutzte die Gelegenheit, um auf der Messe den ersten fertigen Waggon seiner neuen Hochgeschwindigkeitszüge vom Hersteller Talgo vorzustellen. Ziel ist, ein weiteres Fernverkehrsnetz in Deutschland aufzubauen, das auch kleinere Städte und mittelgroße Zentren miteinander verbindet, so Flix-Konzernchef André Schwämmlein.

Dazu gehört, wie t-online schreibt, beispielsweise eine Verbindung zwischen dem Großraum München und Berlin. Nach eigenen Angaben investiert das Unternehmen rund 2,4 Milliarden Euro in den Ausbau – ein großer und entscheidender Schritt.

Zwar dominiert die Deutsche Bahn derzeit noch den deutschen Schienenverkehr, doch die Konkurrenz schläft nicht, und das wird sich bald bemerkbar machen: Aufgrund der Regeländerung durch die Bundesnetzagentur muss die Deutsche Bahn nun mindestens ein Viertel der Trassenkapazitäten auf stark frequentierten Strecken für Wettbewerber freigeben. Es ist bereits bekannt, dass das italienische Bahnunternehmen Italo plant, ab 2028 mehrere Fernverbindungen anzubieten. Nun hat Flixtrain mit seiner Ankündigung für Furore gesorgt. Da Flixtrain-Tickets in der Regel weniger als die Hälfte der entsprechenden DB-Tickets kosten, werden diese Pläne von den Verbrauchern zweifellos begrüßt werden.

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Oskar Herbert