

Ein schwerer Ausbruch von Salmonellen-Erkrankungen, der sich epidemisch über ganz Europa verbreitet, hat seit Wochen die Gesundheitsbehörden in den unterschiedlichen Ländern verblüfft. Besonders schlimm betroffen waren Kinder und junge Erwachsene. Mehr als 100 Fälle wurden bisher registriert, aber die Dunkelziffer liegt voraussichtlich weit höher, weil viele nicht den Arzt konsultieren. Auch Krankenhäuser haben Alarm geschlagen, nachdem mehrere der Fälle so schwer waren, dass sie nur mit einen Klinikaufenthalt behandelt werden konnten. Da es sich bei den Erkrankungen um grenzüberschreitende Vorkommnisse handelte, wurden jetzt die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (Efsa) und das Europäische Zentrum für die Prävention und die Kontrolle von Krankheiten (Ecdc) eingeschaltet. Deren Untersuchungen haben jetzt einen vermeintlichen Übeltäter aufgedeckt.
Beliebter Snack birgt Gefahren
Die europäischen Gesundheitsbehörden warnen im Zusammenhang mit dem Salmonella-Ausbruch vor dem Verzehr der allgemein beliebten Instantnudeln der Marke Reeva, die in Deutschland unter anderem in den Regalen von Rewe und Kaufland zu finden sind. Reeva ist ein Produkt des ukrainischen Nahrungsmittelherstellers Euro Food Service, der die Nudel-Pots in ganz Europa vertreibt. Die Gesundheitsbehörden haben einen konkreten Zusammenhang zwischen dem Konsum der gewürzten Nudeln und der augenblicklichen Salmonellen-Epidemie nachgewiesen, machen jedoch darauf Aufmerksam, dass die Untersuchungen noch nicht ganz abgeschlossen sind. Euro Food Service hat allerdings jetzt eine Rückruf-Runde für die Instantnudeln veranlasst. Die Nahrungsmittelgruppe hat auch firmeninterne Nachforschungen begonnen und bis auf Weiteres den Verkauf der entsprechenden Ware angehalten, bis behördliche Untersuchungen und Stichprobenanalysen durch unabhängige Labore das Produkt wieder zum Verzehr freigeben.
Rückrufaktion im Gang
Eine Erkrankung durch Salmonella-Bakterien macht sich in der Regel durch plötzlich einsetzenden Durchfall, starke Bauchschmerzen und Magenkrämpfe sowie Übelkeit und Erbrechen bemerkbar. Hinzu kommen oft auch hohes Fieber und Schüttelfrost. Die europäischen Behörden gehen davon aus, dass sich eine ganze Reihe der Reeva-Instantnudeln zurzeit in diversen Küchenschränken in Haushalten und auf Arbeitsplätzen befindet, da diese ein langes Haltbarkeitsdatum tragen. Wer Reeva-Nudeln gekauft hat, soll diese unter keinen Umständen verzehren, sondern wegwerfen oder in einem Einzelhandel, der das Produkt führt, zurückgeben.