

In den meisten Ländern der nördlichen Halbkugel werden zurzeit die Sommerferien gefeiert. Auch in Russland bewegen sich Hunderttausende in Richtung der Strände am Schwarzen Meer, obwohl sich diese im unmittelbaren Gefahrenbereich der Kriegszone in der Ukraine befinden. Dort hat auch das russische Staatsoberhaupt Wladimir Putin seine Sommerresidenz und für die ukrainischen Militärbefehlshaber wird gerade dieser Bereich in Russland zu einer bevorzugten Destination für Drohnenangriffe. Bei einem dieser ukrainischen Drohnenflüge in Richtung des Sommerhauses des russischen Präsidenten kam es gestern zu einem folgenschweren Zwischenfall, bei dem bisher sieben Urlauber, darunter drei Kinder, getötet und mehr als 40 Strandbesucher teilweise schwer verletzt wurden.
Unerwartet und ohne Sirenen
Um den Flug der Drohne zu unterbrechen, setzte die russische Luftabwehr schwere Geschosse ein. Diese trafen zwar die Drohne, sorgten aber auch dafür, dass das mit Sprengstoff geladene Flugobjekt direkt auf einen gut besuchten Strand in der Nähe der russischen Touristenhochburg Gelendschik fiel und dort explodierte. In dem darauffolgenden Chaos flüchteten Menschen sowohl in als auch aus dem Meer. Viele versuchten, Schutz unter dürftigen Sonnenliegen zu finden, während der gesamte Strandabschnitt von schwarzen Rauchschwaden und Feuer eingehüllt wurde. Die Badegäste haben sich im Nachhinein besonders darüber beschwert, dass keine Alarmsignale oder Sirenen als Vorwarnung eingesetzt wurden. Die russischen und ukrainischen Militärbefehlshaber schieben sich jetzt die Verantwortung für den Vorfall gegenseitig in die Schuhe.
Amoklauf auf der Krim
Gleichzeitig kam es in einer anderen russischen Ferienhochburg zu einem weiteren Zwischenfall, den die Russen auf keinen Fall den Ukrainern zuschreiben können. In der Hafenstadt Sewastopol auf der Krim lief gerade aus bisher unbekannten Gründen ein russischer Soldat Amok. Dabei erschoss er erst einen seiner eigenen Kameraden und verletzte einen anderen schwer. Danach begab er sich außerhalb der Kaserne und eröffnete Feuer auf Zivilisten. Drei Menschen, zwei Männer und eine Frau im Alter von 59 bis 71 Jahren, wurden dabei getötet. Das russische Militär hatte erst versucht, den Amoklauf als Angriff von außerhalb zu tarnen. Der Übeltäter, der kurz nach seiner grauenhaften Tat in einem nahegelegenen Waldstück überwältigt und festgenommen wurde, konnte aber schnell als 21-jähriger russischer Staatsbürger und Soldat der russischen Armee identifiziert werden.