Superspreaderin löst neuen Corona-Ausbruch in Bayern aus

Eine 26-jährige Frau machte das bayerische Nachtleben unsicher. Im wahrsten Sinne des Wortes. Sie war mit Sars-CoV-2 infiziert und hat mutmaßlich mehr als 33 Menschen angesteckt.

Eine US-Amerikanerin (26) zog hochinfektiös durch mehrere Bars im bayrischen Garmisch-Partenkirchen. Die junge Frau löste dabei eine neue Infektionskette aus, die den Behörden Sorge bereitet. Bis Freitag wurden 33 Personen neu positiv auf Sars-CoV-2 getestet.

Ein Großteil der Neuinfektionen konnte direkt auf eine Begegnung mit der Frau zurückgeführt werden. Darunter befinden sich Angestellte des US-Hotels Edelweiß Lodge Resort sowie Begegnungen im Garmisch-Partenkirchner Nachtleben.

„Weil sie trotz Symptomen meinte, sich vergnügen zu müssen,“ beklagte Landkreis-Sprecher Stephan Scharf gegenüber der „Bild“-Zeitung. Bekannt sei, dass die Frau am Dienstagabend in der Cocktailbar „Peaches“ feierte. Es gebe jedoch auch Hinweise, dass sie Montag schon auf Kneipen-Tour war, vielleicht auch nochmal am Mittwoch, sagte der Sprecher. Scharf erklärte: „Wir gehen derzeit davon aus, dass sie zahlreiche Personen angesteckt hat“.

Wen die Frau bei ihren abendlichen Steifzügen noch alles infiziert hat, lässt sich im Moment nur schwer nachvollziehen. Die Behörden hoffen daher, dass mögliche Kontaktpersonen sich selbst melden und einem Test unterziehen. Ein Ermittlungsteam des Gesundheitsamts sucht nach Personen, die sich zwischen 3.9. und 8.9. im Peaches am Marienplatz im Ortsteil Garmisch oder im Irish Pub am Rathausplatz in Partenkirchen aufgehalten habe. Im Peaches gilt eine Ansteckung am Donnerstag (3.9.) oder Dienstag (8.9.) als wahrscheinlich. Im Irish Pub stehen Besucher von Samstag (5.9.) im Fokus der Ermittlungen.

„Wir müssen das Nachtleben herunterfahren“, sagte Scharf. Das Ausbruchsgeschehen ließ den 7-Tage-Inzidenz des Landkreises in die Höhe schnellen. Er hat bereits die kritische Marke von 50 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner überschritten. In Garmisch-Partenkirchen gelten daher seit Freitag strenge Corona-Auflagen: Alle Gastronomie-Betriebe müssen ab 22 Uhr schließen; Im öffentlichen Raum dürfen sich maximal fünf Personen gemeinsam bewegen oder an einem Tisch sitzen; Private Zusammenkünfte dürfen nicht mehr als 50 Teilnehmer in geschlossenen Räumen und 100 Teilnehmer im Freien umfassen. Die neuen Auflagen gelten vorerst bis zum 18. September.

Schulen wolle man noch nicht schließen. Bislang befänden sich zwei Klassen in Quarantäne, weil dort Fälle gemeldet worden waren. „Wir müssen die Fallzahlen im Auge behalten, auch wie sich die Situation an den Schulen konkret entwickelt“, erläuterte Kreissprecher Scharf.

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