

Zunehmend heißere Sommer und unerträglich schwüles Wetter verändern nicht nur unsere heimische Natur, sondern auch die Lebewesen, die sich darin befinden. Dies führt leider auch dazu, dass sich vermehrt Krankheitserreger und Ungeziefer hier ausbreiten können, die bisher eigentlich nur in südlichen Gefilden und den Tropen heimisch waren. Jetzt besteht die reelle Gefahr, dass auch bald deutsche Gewässer und sogar Schwimmbäder von der lebensgefährlichen Amöbe Naegleria fowleri heimgesucht werden. In den Vereinigten Staaten verbreitet sich dieser Parasit in rasend schneller Fahrt und auch in Europa wurden die ersten Fälle registriert.
Private Pools in der Gefahrenzone
Naegleria fowleri ist aufgrund gewisser Vorlieben auch als „hirnfressende Amöbe“ bekannt. Die winzig kleinen, einzelligen Organismen halten sich in warmen Gewässern auf und können so leicht mit Menschen in Kontakt kommen. Dabei kommen die Amöben nicht nur im offenen Wasser von Teichen, Tümpeln und Seen vor, sondern vermehrt auch in Swimmingpools, die nicht regelmäßig gewartet und sauber gemacht werden. Gemäß einer Studie des Bundesverbands Schwimmbad & Wellness befinden sich zurzeit 2,1 Millionen private Swimmingpools in Deutschland, von denen nur 22 Prozent regelmäßig gewartet und gereinigt werden. Auch eine zureichende Chlorierung des Poolwassers könnte beträchtlich dazu beitragen, dass die tödlichen Krankheitserreger sich einnisten und verbreiten können.
Nachbarländer schon betroffen
Wenn Naegleria fowleri durch die Nase in das Gehirn kommen, nisten sie sich im Gewebe ein und zerstören es unaufhaltbar. Das Bemerkenswerte mit den hirnfressenden Amöben ist die Tatsache, dass sie erst dann gefährlich werden, wenn sie zum Beispiel beim Schwimmen oder Tauchen in die Nase geraten. Untersuchungen in unter anderem Indien, wo die Amöbe besonders stark verbreitet ist, haben aufgezeigt, dass sogar der Konsum von Trinkwasser, das mit dem Krankheitserreger verseucht war, nicht in einer Infizierung im Gehirn resultierte. Naegleria fowleri können auch nicht durch menschlichen Kontakt übertragen werden, sondern ausschließlich durch den Transport ins Gehirn über die Riechorgane. In Europa wurden bisher mehrere Fälle von Naegleria fowleri in Belgien, Frankreich, Spanien und Italien registriert, viele davon tödlich.