Touristen-Magnet an der Nordsee geht in Teil-Lockdown

Die beliebte Region Holland mit ihren Kanälen und Stränden galt den ganzen Sommer als beliebter Touristenort trotz Corona. Damit ist spätestens jetzt Schluss. Die Fallzahlen insbesondere in Holland explodieren und die niederländische Regierung verkündet einen Teil-Lockdown.

Der niederländische Ministerpräsident Mark Rutte kündigte am Dienstag einen „teilweisen Lockdown“ für die Niederlande an. Das Land meldet einen Sieben-Tages-Inzidenz von 252. Besonders bedrohlich ist die Lage in der Touristen-Hochburg Amsterdam und in Rotterdam. Aber auch in fast allen anderen Regionen sei die Lage „alarmierend“, erklärte Rutte. Der „Teil-Lockdown“ trifft insbesondere Touristen und feierfreudige Einheimische sowie die zugehörigen Branchen: Kneipen, Cafés und Restaurants werden geschlossen. Ab 20 Uhr ist der Verkauf von Alkohol verboten. Auch eine Art Kontaktbeschränkung soll greifen: Die Niederländer dürfen nur noch drei Gäste pro Tag in ihren Haushalt lassen. Außerdem gilt nun in den Niederlanden eine Maskenpflicht in Geschäften und öffentlichen Gebäuden, bisher war dies nur eine Empfehlung. Im Rahmen einer neuen Richtlinie sollen die Niederländer die Nutzung des öffentlichen Nahverkehrs meiden. Nur noch in dringenden Fällen solle man auf Busse oder Bahnen zurückgreifen, verkündete der Premier.

Corona-Lage in Deutschland

In Deutschland wurden am Dienstag 4122 Neuinfektionen gemeldet. Mehr als ein Viertel davon (1211) wurden in dem an die Niederlande angrenzenden Bundesland Nordrhein-Westfalen gemeldet. Es folgen Berlin, Bayern und Baden-Württemberg mit jeweils mehr als 700 Neuinfektionen. Berlin stellt damit selbst seinen eigenen Rekord auf. Glimpflich davon gekommen scheint bisher Sachsen-Anhalt mit nur 25 Neuinfektionen. Seit Jahresbeginn wurden in dem Bundesland nur 2991 Infektionen und 69 Corona-Todesfälle gemeldet.

Die Gesamtzahl der bestätigten Infektionen in ganz Deutschland seit Beginn der Pandemie stieg auf 332.308. Die Zahl der erfassten Todesfälle liegt bei 9623. Die Zahl der Geheilten liegt laut Robert-Koch-Institut bei rund 279.300. Damit bestehen 43.385 aktive Fälle. Laut DIVI-Intensivregister befinden sich davon 618 auf Intensivstationen. Am Dienstag kamen 29 Neu-Einweisungen hinzu. 319 müssen beatmet werden, 33 mehr als am Vortag. Die Reproduktionszahl für die Bundesrepublik lag am Montag bei 1,18. Das heißt, 100 Erkrankte stecken im Schnitt 118 weitere Personen an.

Die meisten Corona-Todesfälle seit Beginn der Pandemie verzeichnet Bayern mit 2787 Verstorbenen, vier davon am Dienstag. Es folgt Nordrhein-Westfalen mit insgesamt 1917, vier davon am Dienstag sowie Baden-Württemberg mit 1909, sechs davon gestern.