Trump droht: Amerika wird brennen

Ganz Europa sieht im Augenblick mit Entsetzen auf die gewaltsamen Ausschreitungen und Proteste in Frankreich und Italien. Innenstädte und Wahrzeichen werden mutwillig zerstört, Geschäfte geplündert und Menschen liefern sich blutige Straßenschlachten mit sowohl der Polizei als auch dem Militär. Auf der anderen Seite des Atlantiks allerdings sieht man in der amerikanischen Regierung mit Vergnügen auf die Verheerung. Weder der amerikanische Präsident Donald Trump noch sein französischer Amtskollege haben je einen Hehl daraus gemacht, dass sie sich nicht ausstehen können. Und Trump wäre nicht Trump, wenn er nicht versuchen würde, politisches Kapital aus der dramatischen Situation zu schlagen. Jetzt droht er den Bürgern der Vereinigten Staaten mit ähnlichen Zuständen, sollte seine Partei, die Republikaner, in zwei Wochen die Mehrheit der Abgeordneten-Sitze in den prekären Midterm-Wahlen verlieren.  

Unbeliebtester Präsident jemals

In einer Rede an Wähler im amerikanischen Bundesstaat Kansas zog der Präsident die Aufmerksamkeit der Anwesenden auf die Situation in Frankreich und drohte: „Wir werden das in diesem Land nicht zulassen. Wenn Sie brennende Kirchtürme und heftige Brände in Frankreich sehen, dann denken Sie daran, dass dies das ist, was die radikalen Dummokraten den USA antun wollen.“ Seiner Meinung nach würde ein Wahlgewinn der Demokraten, die er seit neuestem verächtlich als „Dumocrats“ bezeichnet, die Vereinigten Staaten in einen Bürgerkrieg leiten, bei dem auch amerikanische Städte in Flammen geraten können. Die Drohungen kommen kurz nachdem beinahe alle Umfrage-Institute in den Vereinigten Staaten einen Wahlsieg der Demokraten vorausgesagt haben. Gleichzeitig weisen die Meinungsforschungsinstitute darauf hin, dass Trump der unbeliebteste Präsident jemals sei. 

Üble Beschimpfungen, Rassismus und Sexismus

Gleichzeitig haben Wahlbeobachter in den Vereinigten Staaten eine Verschlimmerung der Rhetorik des amerikanischen Präsidenten. Je schlechter die Aussichten werden, desto ausfälliger wird der Wortgebrauch des Präsidenten. Rassismus, Sexismus und die angeblich immer gegenwärtige Gefahr der Auslöschung der „weißen Rasse“ sind zurzeit die Essenzen der Aussagen des Präsidenten. Dabei bemängeln sowohl die rechten als auch die linken Medien, dass Trump keinerlei Stellungnahme zu der augenblicklichen Situation der amerikanischen Bürger nimmt. Hohe Lebenshaltungskosten, unbezahlbare Spritpreise und die zunehmende Verteuerung der ärztlichen Versorgung machen den Wählern schwer zu schaffen. Diese alltäglichen Sorgen haben einen weitaus größeren Einfluss auf die Entscheidung an den Wahlurnen als die ständige Drohung eines bevorstehenden Armageddons, das zufolge des Präsidenten eintreten wird, sollten die Republikaner ihre Sitze verlieren. 

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Alexander Grünstedt