

Die Vereinigten Staaten können im Iran nicht gewinnen: Selten wurde eine ernüchterndere Einschätzung geäußert – und das ausgerechnet von einem der ranghöchsten Militärs in Trumps engstem Kreis.
General Dan Caine ist seit seiner Nominierung durch Trump im Februar 2025 Vorsitzender des Vereinigten Generalstabs. Nach Angaben des Weißen Hauses war Caines Ernennung eine „unglaublich wertvolle Bereicherung“ für Trumps Sicherheitsteam. Was beunruhigt diesen wichtigen General derzeit also so sehr, dass die Presse von seinen Zweifeln erfahren hat?
Weitere militärische Eskalation im Iran könnte ernsthaft nach hinten losgehen
Wie CNN berichtet, soll Caine gegenüber mehreren hochrangigen Politikern, darunter JD Vance, Marco Rubio und CIA-Chef John Ratcliffe, seine Bedenken eindeutig zu verstehen gegeben haben. Der Militärberater soll der Ansicht sein, dass massive Bombardements den Krieg für die Vereinigten Staaten nicht gewinnen werden. Ganz im Gegenteil: Eine weitere militärische Eskalation könnte für die USA ernsthaft nach hinten losgehen.
Die massiven Luftangriffe haben die Waffenvorräte der USA stark dezimiert. Bereits jetzt kursieren Berichte, dass bestimmte Arten wichtiger Munition knapp werden. Jede weitere Eskalation birgt daher die Gefahr, die ohnehin schon knappen Vorräte noch weiter zu belasten – und damit die USA und ihre Verbündeten einem ernsthaften Risiko auszusetzen.
Ausstiegsplan hinter den Kulissen
Caine, so teilte eine vertrauenswürdige Quelle CNN mit, suche nun nach einem Ausweg – einem Plan, der es den USA ermöglichen würde, auszusteigen. Dies muss hinter den Kulissen geschehen, da bislang ungewiss ist, wie der US-Präsident weiter vorgehen wird. Caine muss einen schmalen Grat beschreiten zwischen dem Hinweis auf die Risiken einer weiteren Eskalation des Krieges und dem Ausdruck von Vertrauen in die klare Überlegenheit der USA. Wie die BILD berichtet, soll Caine Trump versichert haben, dass das US-Militär in der Lage wäre, den Iran „vollständig zu zerquetschen“, sollte ein solcher Befehl erteilt werden.
Gegenwärtige Feuerpause zeigt starke Wirkung
Bislang hat die Verschärfung des militärischen Drucks auf den Iran nicht zu den gewünschten Ergebnissen in Form eines für die USA vorteilhaften Deals geführt. Die derzeitige Feuerpause und die Hoffnung auf die Wiederaufnahme der Öltransporte durch die Straße von Hormus haben hingegen bereits massive Auswirkungen auf das Verhalten des Ölmarktes gehabt. Die Preise an den Zapfsäulen könnten sogar bald sinken. Da jedoch Fortschritte bei einer Einigung, die eine Beendigung des Konflikts ermöglicht, noch ausstehen, bleibt die Sorge bestehen, dass etwas eine Wiederaufnahme der Luftangriffe auslösen könnte.
Bislang soll sich Caine mit seinen Warnungen gegenüber Trump zurückgehalten haben. Bei einer Anhörung im vergangenen Monat erklärte er, dass „die Luftmacht ihre Grenzen hat“, doch es ist wahrscheinlich, dass der General vor dem Präsidenten nicht deutlicher werden wird, bis er einen zufriedenstellenden Ausstiegsplan vorlegen kann, der es den USA hoffentlich noch ermöglicht, einen Großteil der angestrebten Ergebnisse zu erzielen. Angesichts wachsender Besorgnis über eine Fortsetzung des Iran-Kriegs – insbesondere im Hinblick auf die schwindenden Notfall-Ölreserven vieler Länder – bleibt nur zu hoffen, dass eine solche Alternative Erfolg haben könnte.
Foto: Donald Trump (Archiv), via dts Nachrichtenagentur