Unfruchtbarkeit, Krebs und Demenz: Aldi-Kühlware mit giftigen Chemikalien

Ausgerechnet Personen, die sehr auf Gesundheit und Umwelt achten, greifen oft zu diesem Artikel. Die Produkt-Tester von „Öko-Test“ fanden darin nun giftiges Glyphosat. Betroffen sind die veganen Joghurt-Alternativen von Life is soyummy sowie die Aldi-Variante namens Milsa.

Die Zeitschrift „Öko-Test“ nahm 22 vegane Joghurtalternativen unter die Lupe. Bei zwei der getesteten Produkte fällt das Urteil ernüchternd aus. Die theoretisch gesunden Joghurt-Alternativen enthalten Rückstände des Pflanzenschutzmittels Glyphosat.

Glyphosat ist das meistverbreitete Pflanzenschutzmittel auf der Welt. Während die Chemikalie Nutzpflanzen zuverlässig vor Schädlingen schützt, sollte der direkte Kontakt zum Menschen vermieden werden. Glyphosat steht im Verdacht, Depressionen, Unfruchtbarkeit, Krebs und sogar Herzbeschwerden auszulösen.

Doch genau dieses Spritzgift wurde nun in den Joghurt-Alternativen „Life is soyummy Natural, fermentiertes Sojaprodukt“ und im „Milsa + Sojagurt Natur, fermentiertes Sojaprodukt“ von Aldi nachgewiesen.

Schädlichkeit von Glyphosat umstritten
Einen Rückruf wird es wegen dieser Feststellungen nicht geben. Denn tatsächlich ist die Schädlichkeit von Glyphosat umstritten.

Den Verdacht auf Krebs bestätigte eine Unterorganisation der WHO: 2015 stufte die Internationale Agentur für Krebsforschung Glyphosat als „wahrscheinlich krebserregend“ ein. Der Hersteller weist die gesundheitlichen Bedenken jedoch seit Jahren zurück.

Bayer befindet sich deshalb im Rechtsstreit mit rund 30.000 Klägern, die der Tochter Monsanto eine Mitschuld an Krebserkrankungen vorwerfen. Bayer und Monsanto brachten ihrerseits mehrere Experten hervor, die „keine bedenklichen Risiken für die menschliche Gesundheit“ in dem Unkrautvernichter sehen.

Ampel sieht Glyphosat-Verbot vor
In Deutschland wird der Einsatz von Glyphosat seit Jahren heiß diskutiert. Dabei geht es nicht nur um die menschliche Gesundheit, sondern auch um mögliche Auswirkungen auf die Umwelt. Die Ampel-Koalition hat nun ein mögliches Verbot in den Koalitionsvertrag integriert. Demnach soll der umstrittene Unkrautvernichter bis Ende 2023 vom Markt genommen werden. Allerdings ist hier noch lange nicht das letzte Wort gesprochen. Die EU könnte diese Pläne noch vereiteln. Deutschland hat auf diesem Gebiet jedoch eine starke Mitsprache-Rolle. Ob die Grünen als Teil der neuen Regierung ihren Wunsch nach einem Glyphosat-Ende nun wirklich durchsetzen, darf mit Spannung erwartet werden.

Glyphosat ist vielfältig einsetzbar und wird wohl deshalb weltweit genutzt. Es gilt als Allheilmittel in der Agrarwirtschaft und bedeutet für viele Landwirte garantierte „Erntesicherung“. Der Unkrautvernichter ist aber nicht nur zwischen Nutzpflanzen und in Kleingärten zu finden. Über das Grundwasser und die Nahrungskette verbreitet sich die Chemikalie weiter. Sie kann inzwischen fast überall auf der Welt nachgewiesen werden. Rostocker Forscher fanden es zuletzt sogar im Meer.

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