WHO warnt vor stark steigenden Todeszahlen

Die Corona-Infektionszahlen steigen derzeit quer durch Europa immer weiter an, aber die Todesfälle bleiben im Gegenzug auf sehr niedrigem Niveau. Bisher zumindest. Doch die WHO ist sich sicher, dass sich das im Herbst ändern wird. Dann „wird es härter“ werden und mehr Menschen infolge einer Infektion sterben. Und auch in einem möglichen Impfstoff sollte lieber nicht zu viel Hoffnung gelegt werden.

Mit der Zunahme der täglichen Corona-Todesfälle rechnet die Weltgesundheitsorganisation WHO im Oktober und November. Der WHO-Regionaldirektor für Europa, Hans Kluge, sagte dazu: „Es wird härter werden“. Auch wenn derzeit die absoluten Zahlen der Neuinfektionen mit Corona europaweit stark steigen, so bleibt die Zahl der täglichen Todesfälle auf einem sehr niedrigen Niveau.

Die Befürchtung, dass sich nun auch bald wieder mehr Ältere mit dem Corona infizieren, hat auch die Berliner Gesundheitssenatorin Dilek Kalayci von der SPD geäußert. Die Vorsitzende der Gesundheitsministerkonferenz sagte gegenüber dem RBB-Inforadio: „Wir haben insgesamt mehr Jüngere, die sich infizieren“. Insbesondere bei den 20- bis 24-Jährigen gebe es derzeit mit 45 Fällen pro 100.000 Einwohner einen starken Anstieg der Infektionen. Derzeit sei bei den Älteren die Situation zwar etwas besser, doch dies könne sich sehr schnell auch wieder ändern.

Solch schlechte Nachrichten wolle die Welt derzeit einfach nicht hören und dies kann der WHO-Regionaldirektor Kluge auch sehr gut nachvollziehen. Doch besonders im Oktober und November „werden wir einen Anstieg der Sterblichkeit beobachten“. Auch warnte der in Kopenhagen ansässige WHO-Funktionär vor einer zu großen Erwartung in einen Impfstoff. So sagte der Belgier: „Ich höre die ganze Zeit: ‚Der Impfstoff wird das Ende der Pandemie sein‘. Natürlich nicht!“.

Denn bislang ist nicht sicher, ob allen Bevölkerungsgruppen mit einem Impfstoff geholfen werden kann. Denn es gebe Anzeichen, dass mit einem Impfstoff einigen Gruppen geholfen werden könne, aber wiederum anderen nicht. „Wenn wir dann auch noch verschiedene Impfstoffe bestellen müssen, was für ein logistischer Alptraum!“, sagte Kluge.

In den letzten Wochen sind die Zahlen der Corona-Neuinfektionen in Europa stark angestiegen. Dies betrifft insbesondere Spanien und Frankreich. In den 53 Ländern der WHO in Europa sind allein für Freitag mehr als 51.000 neue Fälle gemeldet worden. Dies ist ein Vielfaches mehr als zum bisherigen Höhepunkt der Infektionszahlen im April.

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