Zugentgleisung nach Lawine in der deutschsprachigen Schweiz

Der Rosenmontag in Deutschland hat mit den augenblicklichen Wetterverhältnissen den denkbar schlechtesten Start, und auf den traditionellen Umzügen bibbern Zuschauer und Teilnehmer gleichermaßen. Das miserable Wetter und der enorme Schneefall verursachen aber in den Alpen noch größere Gefahrenlagen. Der Neuschnee lagert sich nämlich auf dem Altschnee ab und sorgt so für eine enorme Belastung, die die Lawinengefahr erhöht. Im Schweizer Kanton Wallis kam es in den frühen Morgenstunden zu einer solchen Lawine, die zu einer Zugentgleisung führte.

Lawine im Berufsverkehr 

Der Vorfall ereignete sich gegen 6.45 Uhr heute Morgen auf der Strecke Frutigen–Brig in der Nähe von Goppenstein auf einer Höhe von etwa 825 Metern über dem Meeresspiegel. Erst wenige Tage zuvor hatte sich im gleichen Bereich eine riesige Lawine gelöst, die von den Schweizer Behörden als „Extremereignis“ klassifiziert wurde. Eigentlich war geplant, die Gefahrenlage im Gebiet durch gezielte Sprengungen zu reduzieren, indem vorsorglich Lawinen ausgelöst werden sollten. Die Vorbereitungen zu den vorsorglichen Sprengungen wurden von den neuesten dramatischen Ereignissen eingeholt. Den Zug- und Straßenverkehr in dem betroffenen Gebiet hatte man trotz der hohen Lawinengefahr dennoch nicht eingestellt. 

Mehrere Verletzte 

Nach Angaben der örtlichen Polizei sollen sich etwa 80 Personen in dem Nahverkehrszug der schweizerischen Eisenbahngesellschaft BLS aufgehalten haben. 30 Personen wurden bisher evakuiert. Darunter sollen sich nach Angaben der Rettungskräfte auch mehrere Verletzte befinden. Die genaue Anzahl und die Ausmaße der Verletzungen sind noch nicht bekannt. Die Betreiber des Nahverkehrszugs gaben als Entgleisungsursache „Lawine“ an. Ob die Lawine den Zug direkt getroffen habe, oder es sich hier um eine Verschüttung der Gleise handele, konnte man bisher noch nicht sagen. Der Zugverkehr in dem betroffenen Gebiet wird bis mindestens morgen früh eingestellt. Die Sprengungen, die die vorsorglichen Lawinen auslösen sollen, können zurzeit nicht durchgeführt werden. Gezielte Sprengungen können nur von Helikoptern aus veranlasst werden, die aber aufgrund des starken Schneefalls in den Alpen nicht fliegen können.

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Alexander Grünstedt