Dauerbeschuss in der Ukraine: Angst um größtes AKW in Europa

Im ukrainischen Saporischschja steht das größte Atomkraftwerk Europas und wird seit vielen Tagen von der russischen Armee mit Dauerfeuer belegt. Damit wächst auch weltweit die Sorge vor einem neuen Atomunfall. So warnte inzwischen auch Präsident Selenskyj vor einem Zustand wie 1986, als es in Tschernobyl zum bis dahin größten anzunehmenden Unglück in der Geschichte der Atomkraft kam. Die Frage, die sich viele stellen, zielt dann auch auf die Sicherheit des AKW ab.

Bislang bleibt offen, ob das Kernkraftwerk einem militärischen Großangriff auch standhalten kann. Im Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur sagte der an der Universität Wien lehrende Risikoforscher Nikolaus Müllner, dass bei der Entwicklung von Kraftwerken der Schutz vor einem militärischen Angriff nicht mit in das Design einbezogen wurde. Somit ist eine gezielte Zerstörung nicht zu verhindern.

In seiner aktuellen Arbeit untersucht der Wissenschaftler die Gefahren, die derzeit für die ukrainischen Atommeiler bestehen. Noch vertritt er die Ansicht, dass ein versehentlicher Beschuss mit konventionellen Waffen, wie er auch in Saporischschja stattgefunden haben soll, zu keinen großen Schäden an der Reaktorschutzhülle geführt haben dürften. Allerdings bereitet ihm eine mögliche Zerstörung der externen Stromversorgung viel mehr Kopfzerbrechen. Es besteht zwar über die Notstromaggregate weiterhin die Möglichkeit, das Kraftwerk zu kühlen, doch ist das Zeitfenster für die Instandsetzung der Hauptstromversorgung mit 15 Stunden sehr begrenzt. Andernfalls kommt es unweigerlich zu einem Austritt von radioaktiver Strahlung.

Und auch der Druck, der auf das Personal von Saporischschja ausgeübt wird, birgt weitere Gefahren. So werden die Mitarbeiter nach ukrainischen Informationen von Soldaten und Mitarbeitern eines Atomkonzerns aus Russland überwacht. Dieser permanente Druck könne nach Ansicht des Chefs der internationalen Atomenergiebehörde Rafael Grossi zu möglichen Bedienungsfehlern führen.

Bislang ist auch noch nicht abschließend geklärt, wer eigentlich das Kraftwerk beschießt. Hier werfen sich Russland und die Ukraine gegenseitig vor, Schuld an den Schäden zu haben. Aus Moskau kommen aber Signale, dass man bereit sei, eine internationale Inspektion in dieser Region zu unterstützen, doch sei bislang noch nichts Entsprechendes geschehen.

Nachdem momentanen Stand der Dinge ist die kritische Infrastruktur des AKW aber noch intakt. Nur eine leichte Beschädigung an einem Reaktor führte zu einer Abschaltung des selbigen. Gegenüber der Funke Mediengruppe teilte das Bundesamt für Strahlenschutz mit: „Es liegen keine Hinweise vor, dass in der Ukraine radioaktive Stoffe freigesetzt worden sein könnten.“

4 Kommentare

  1. “… das größte Atomkraftwerk Europas und wird seit vielen Tagen von der russischen Armee mit Dauerfeuer belegt.” Welchen Grund gibt es für die Russen, das von ihnen besetzte Kraftwerk, das sie selber gebaut haben und bestens kennen, zerstörend zu beschießen? Da hat doch Selenskyj mehr Grund um später eine Atomkatastrophe, die den Krieg beenden könnte, den Russen in die Schuhe zu schieben.
    Daß obige Behauptung eine Lüge ist, stellt der Bericht am Ende selbst fest. Dort heißt es: “Bislang ist auch noch nicht abschließend geklärt, wer eigentlich das Kraftwerk beschießt. Hier werfen sich Russland und die Ukraine gegenseitig vor, Schuld an den Schäden zu haben.” Der juristisch Grundsatz, keine Schuldzuweisung die nicht bewiesen ist, wird in dieser Kriegsberichterstattung, wie es in solchen Fällen üblich ist, parteiisch mit Füßen getreten. Weiter heißt es: ” Aus Moskau kommen aber Signale, dass man bereit sei, eine internationale Inspektion in dieser Region zu unterstützen, doch sei bislang noch nichts Entsprechendes geschehen.” In einer früheren Mitteilung wurde gesagt, daß die Ukraine solch eine Inspektion solange ablehne, wie das Kraftwerk vom Russischen Militär besetzt sei. Und was sagt der Sicherheitsrat zu solch einer Ablehnung. Nun hat das “selber Denken” freien Lauf.

  2. Werner,
    Aufgeben ist nicht vorgesehen, der Verräter und Stellvertreter hat es in der Hand – darf aber nicht aufgeben. Verzweifelt wird nach weiteren nützlichen Idioten gesucht um offizielle Teilnahme zu vermeiden. Warum wird jede Finanzielle Hilfe geboten? Selbst von denen, die es nicht haben. Von uns wird grenzenlose Solidarität verlangt, damit Andere noch reicher werden. Über uns wird nicht mehr in Berlin entschieden.

  3. Ich sehe das absolut genauso. …….
    Selensky zieht die EU restlos ganz nach unten. Von wegen sein BlaBla…..UKRAINE KÄMPFT für ein friedliches Europa…..
    Der hat nur seine Macht im Visier. Läßt seine unschuldigen Landsleute vorsätzlich sterben…….; diese Menschen haben keinen Schutzbunker, wie DER einen hat. Vom korrupten Selensky kann man nichts erwarten, aber von den Klitschko-Brüdern bin ich wirklich sehr enttäuscht. Das hätte ich nie gedacht, dass die auch so sind.

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