Erste fahrerlose Fahrzeuge in deutschen Großstädten

Deutschland ist nicht nur ein Land der Autobauer, sondern auch der Autofahrer.  Zurzeit haben etwa 24 Millionen Bundesbürger einen PKW-Führerschein, zusätzlich zu rund 30 Millionen, die im Besitz einer LKW-Fahrerlaubnis sind.  In Zukunft kann sich allerdings der Führerschein erübrigen, denn auch in Deutschland sind fahrerlose Autos, die sich lediglich auf KI und modernste Computertechnologie im Straßenverkehr verlassen, auf dem Vormarsch. Gerade hat der TÜV zum ersten Mal ein autonomes Fahrzeug unter die Lupe genommen und der Online-Vermittlungsdienst zur Personenbeförderung Uber hat große Pläne für deutsche Großstädte im nächsten Jahr.

Auf ausgewählten Strecken 

Laut einer Pressemeldung des amerikanischen Fahrdienstleisters Uber beginnt gerade in München ein Testprojekt, das die Verkehrsverhältnisse in einer deutschen Großstadt untersuchen und bereits vorhandene sogenannte Robotaxis darauf einstellen soll. Das Projekt ist eine Zusammenarbeit zwischen Uber, dem israelischen KI-Unternehmen Autobrains und dem chinesischen Autonomiefahr-Spezialisten Momenta. Testfahrten beginnen bereits im Laufe des Sommers in der bayerischen Landeshauptstadt auf in festgelegten Gebieten selbstständig fahren. Weitere Tests sind auch für Hamburg geplant. Welche Strecken für die Tests beansprucht werden, ist noch nicht bekannt. Über die Grenze in der Schweiz haben die Testfahrten bereits so weit fortgeschritten, dass in wenigen Monaten die Zürcher Bevölkerung imstande sein soll, per App ein fahrerloses Taxi zu bestellen. 

TÜV testet in Berlin 

Gleichzeitig hat der TÜV-Verband in Berlin gerade zum ersten Mal ein fahrerloses Fahrzeug in den Verkehr geschickt. Auf einer Strecke von etwa 5 Kilometern zwischen dem Bundesverkehrsministerium und dem Kulturzentrum Radialsystem in Friedrichshain wurde der erste fahrerlose Minibus mit dem Kosenamen Edgar mehrmals eingesetzt.  Das Edgar-Projekt ist gänzlich deutsch und von der Technischen Universität München entwickelt. Im Augenblick handelt es sich lediglich um ein Forschungsfahrzeug, aber der TÜV zeigte sich beeindruckt von Edgars Fähigkeiten im Straßenverkehr.  „Die Berliner Realfahrt zeigt, dass autonomes Fahren auch im komplexen Stadtverkehr technisch möglich ist“, sagte der Präsident des TÜV, Dirk Stenkamp, und wies darauf hin, dass künftig Zulassungen für autonome Fahrzeuge bestimmter Marken „quasi in Serie“ erfolgen könnten.  Laut einem Gesetz vom Mai 2021 dürfen vollständig autonome Fahrzeuge in Deutschland grundsätzlich am öffentlichen Straßenverkehr teilnehmen. 

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Alexander Grünstedt