

Wer eine Katze hat, weiß die Eigenständigkeit und Abenteuerlust der kuscheligen Vierbeiner zu schätzen und ist auf die Sicherheit und das Wohlergehen des Hausgenossen bedacht. Allerdings können gerade diese Eigenschaften des eigenwilligen Haustiers zum Verhängnis werden.
Den meisten Katzeneigentümer sinkt das Herz, wenn der Mitbewohner nicht zur gewohnten Zeit nach Hause kommt, besonders wenn der Wohnsitz in der Nähe von viel befahrenen Straßen liegt. Neue Zahlen aus den Bundesländern zeigen aber jetzt, dass Katzen einer weiteren lebensgefährlichen Situation beim Herumstreifen auf Wiesen und im Wald ausgesetzt sind. Demnach wurden im Zeitraum zwischen 2007 und 2022 in Hessen, Nordrhein-Westfalen, Schleswig-Holstein, Hamburg und dem Saarland allein rund 160 000 Katzen bereits erschossen aufgefunden.
Große Unterschiede zwischen Bundesländern
Dabei handelt es sich nicht um Taten von eingefleischten Katzenhassern, sondern um legitime Jäger, die die nächtlichen Herumstreifer ins Visier nehmen. Jagdgesetze in den meisten Bundesländern geben ihnen dabei sogar recht. Gerade erst wurde in Niedersachsen das Jagdrecht, besonders in Hinsicht auf Katzen, geändert. Seit dem 1. Juli dürfen Jäger Katzen nur noch abschießen, wenn diese „wildernde und erkennbar verwilderte Tiere“ sind, die sich mindestens 350 Meter von einer Wohnbebauung entfernt aufhalten. Die Gesetze variieren von Bundesland zu Bundesland, aber laut dem Deutschen Tierschutzverbund unterscheiden sich die Grenzen von 200, 300 bis 500 Metern. Der Grund für das Töten der Haustiere ist deren Jagdverhalten auf unter anderem Vögel, das von den Jägern als Wildern betrachtet wird.
Sinnloser Haustierabschuss
Gleichzeitig stellt der Tierschutzverbund die Notwendigkeit des brutalen Abschusses infrage und erhebt schwere Anschuldigungen gegen die Jäger. Demnach ist die Anzahl der Abschüsse viel zu groß, als dass es sich bei allen 160 000 Tieren um wildernde Katzen handeln könnte. Der Verband bezeichnet die Tötung als “sinnlosen Haustierabschuss”. Der Jagdverband bestreitet dies und weist darauf hin, dass es in Deutschland schätzungsweise zwei Millionen verwilderte Hauskatzen gibt, die den Bestand an vielen seltenen Vogelarten beträchtlich verringern. Katzen sind nicht die einzigen, die vom Abschuss beim Herumstreunen betroffen sein könnten. Auch herrenlose Hunde werden von Jägern im Wald ins Visier genommen, wenn auch in weit geringerem Maße. Im gleichen Zeitraum, in dem 160 000 erschossen wurden, kamen rund 900 Hunde in denselben Bundesländern beim Herumstreunen ums Leben.
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Sollte ein Jäger meine Katze töten, kann er seine restliche Lebenszeit an einer Hand abzählen.
Tiere, egal welcher Art, haben noch nie für ein Aussterben gesorgt, wohl aber der Mensch, der sich wie eine Krebsgeschwulst über die Erde ausbreitet und alles ins Ungleichgewicht bringt.