Paukenschlag: Selenskyj hilft jetzt Europa – ein bisschen

Die Energiekrise in Deutschland spitzt sich zu. Jetzt reagiert Selenskyj. Seine Entscheidung könnte alles verändern. Sogar die Lebensmittelpreise werden davon beeinflusst. Die Ukraine wird Europa helfen und profitiert auch selbst davon. Und zwar ab sofort.

Aufatmen in Europa – zumindest teilweise. Am Donnerstagabend teilte der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj mit, dass die Ukraine ab sofort helfen werde, Europa mit Strom zu versorgen. Für Ursula von der Leyen (63) eine Win-win-Situation. Die EU erhalte eine weitere Ressource zu Strom und die Ukraine erhalte eine Möglichkeit, dringend benötigte Einnahmen zu generieren. „Deswegen profitieren wir beide“, feierte die EU-Kommissionspräsidentin die Entscheidung auf Twitter.

Gemäß Selenskyjs Aussagen habe die Ukraine bereits damit begonnen, „in bedeutendem Maße Strom“ über Rumänien in die EU zu leiten. Eine Erhöhung der Kapazitäten werde vorbereitet. Der Strom aus den ukrainischen Nuklearanlagen könne einen großen Teil des russischen Gases ersetzen, erklärte der slawische Präsident und fügte hinzu: „Es geht nicht nur um Exporteinnahmen für uns, es ist eine Frage der Sicherheit für ganz Europa.“

In Deutschland könnte das spürbare Konsequenzen haben, schreibt die “Bild”-Zeitung. Erstens steigt der Energiepreis vermutlich nicht so stark wie bislang prognostiziert. Zweitens könnten auch die Preisspirale für Lebensmittel etwas zur Ruhe kommen. Denn auch hier die Preise unter anderem wegen erhöhter Produktionskosten = Energiekosten gestiegen.

In der Bevölkerung dürfte die Meldung mit gemischten Gefühlen entgegengenommen werden. In Deutschland hat Atomkraft einen schlechten Ruf. Dass um die ukrainischen Atommeiler ein heißer Krieg tobt, macht die Sache nicht besser. Der ukrainische Energieminister German Galuschenko ist sich über diese Bedenken bewusst und wies bereits vor einer Woche darauf hin, dass auch Solar- und Windkraft von den Küstenregionen des Schwarzen Meeres Strom für Europa produzieren könnten. Der Atomstrom hingegen könne „eine Art Versicherungspolster in Zeiten witterungsbedingt rückläufiger Erzeugung aus Solar- und Windkraftanlagen“ bieten. Galuschenko bot bereits vor einer Woche an, dass die Ukraine Kernenergie nach Deutschland exportieren könne und referierte darüber in einem Gastbeitrag in der „Wirtschaftswoche“.

Die Ukraine gab an, zunächst 100 Megawatt zu liefern. Potenziell könnte das Land jedoch 2,5 Gigawatt Strom produzieren und in EU-Staaten exportieren. Laut Statista wurden in Deutschland letztes Jahr 89 Terawattstunden durch Erdgas generiert. Eine Terawattstunde entspricht 1000 Gigawattstunden.

5 Kommentare

  1. Großartig! Nunmehr rücken EU und Ukraine auch wirtschaftlich enger zusammen! Und die Ukraine braucht das Geld dringend für den Wiederaufbau der durch die Russen grundlos zerschundenen Heimat. Na dann mal schnellen Erfolg für die Umsetzung der Stromlieferung!!

  2. Es ist sehr traurig, dass wir in Deutschland betteln müssen, um das Russische ÖL, Gas usw
    ersetzen zu können.. Die deutschen Atomkraftwerke sind die sichersten die es gitb, aber unsere Grünen wollen das nicht. Ihr solltet Euch schämen. Aber die nächste Wahl kommt in 4 Jahren.
    Darum kauft man lieber aus dem Ausland teure Mittel, es ist ja nicht Eurer Geld.
    Waru,m sollen wir die Hilfe aus Rumänien nicht annehmen?

  3. wenn ich richtig überschlagen habe -ihre Angaben sind ja nur schwer durchschaubar-, so könnte die Ukraine nach deren Angaben 2,5 GW oder ca. 15 TWh pro Jahr liefern. Wenn D derzeit 89 TWh pro Jahr durch Erdgas erzeugt, so sind dies 17%. Nicht schlecht!

  4. wenn D die 3 Atomkraftwerke nicht abschaltet und wir mal von ähnlicher Leistung ausgehen wie das Ukraine- Kraftwerk so ergibt dies 4 mal 17% gleich 68% der heute durch Erdgas in D erzeugten Energie! Jetzt wird die Geschichte interessant! Vielleicht kann Ihr Zahlenurheber mal genauere Angaben machen und die Übersichtlichkeit herstellen !? Danke!

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