Tropenkrankheitsfälle häufen sich am Main

Früher war man nur darauf bedacht, Impfungen gegen Tropenkrankheiten vorzunehmen, wenn man in tropische Regionen reisen wollte. Mit dem Klimawandel hat sich die Situation global und in Deutschland grundlegend verändert. Was einst nur in den heißen, subtropischen Ländern Asiens und Afrikas aufgefangen werden konnte, zieht jetzt auch in Deutschland ein.

Krankheiten wie das West-Nil-Virus oder das Chikungunya-Fieber werden hierzulande immer geläufiger und fordern das deutsche Gesundheitssystem heraus. Beide Infektionskrankheiten werden durch Stechmücken verursacht, die sich im Laufe der letzten Jahre auch in Europa niedergelassen haben und sich heimisch fühlen. Jetzt sieht es so aus, dass auch die am meisten gefürchtete und tödlichste unter den herkömmlichen Tropenkrankheiten in Deutschland Fuß fasst. In der Mainmetropole Frankfurt wurden mehrere Malariafälle diagnostiziert. Zwei der Erkrankten sind bereits verstorben.

Unheilbar und lebensgefährlich 

Die bisher unheilbare Tropenkrankheit wird einzig durch die Malariamücke übertragen und kann im Gegensatz zu anderen durch Erreger verbreiteten Erkrankungen nicht von Mensch zu Mensch übertragen werden. Eine Malariaerkrankung äußert sich durch hohes Fieber, Schüttelfrost, Magen-Darm-Beschwerden und Krämpfe im ganzen Körper. Wer Malaria eingefangen hat, wird die Krankheit in der Regel nie mehr los. Besonders für Kinder kann die Tropenkrankheit tödlich verlaufen, und jährlich registriert die Weltgesundheitsorganisation (WHO) beinahe 600 000 Todesfälle als Resultat des Erregers. Die Dunkelziffer liegt allerdings weitaus höher.In Europa kam Malaria vermehrt auf Flugplätzen vor, nachdem die gefährlichen Mücken als blinde Passagiere in Flugzeugen aus den Tropen mittransportiert wurden. Auch die neuesten Vorfälle mit Todesopfern wurden zuerst am Flughafen in Frankfurt am Main registriert. Zum Entsetzen der Gesundheitsbehörden wurden jetzt aber weitere Fälle außerhalb des Flugplatzgebiets entdeckt. 

Bevölkerung und Gesundheitswesen wird sensibilisiert 

Die ersten Malaria-Fälle im Rhein-Main-Gebiet wurden bereits in diesem Sommer auf dem Flugplatz gemeldet. Demnach erkrankten sechs Flugplatzangestellte, die sich nicht in den typischen Malaria-Gebieten aufgehalten hatten, plötzlich an dem Virus. Zwei der Erkrankten verstarben an den Folgen der Infektion. Die Malaria-Welle wurde einer einzigen Mücke zugeschrieben, die mit einem Flieger aus den Tropen mitgereist war. Die beiden neuen Infizierten leben und arbeiten allerdings außerhalb des Flughafenbereichs und hatten auch keine Reisen in gefährdete Gebiete unternommen. Gesundheitsbehörden befürchten jetzt, dass sich die Mücke oder sogar mehrere Mücken in Richtung des Frankfurter Stadtgebiets bewegen. Ärzte und Krankenhäuser im Rhein-Main-Gebiet wurden bereits auf die Gefahr hingewiesen und für mögliche Vorkommnisse “sensibilisiert”. Auch die Bevölkerung im Rhein-Main-Gebiet soll auf Frühsymptome wie hohes Fieber und Bauchbeschwerden aufmerksam sein. 

Kommentare anzeigen

  • Schiebt nicht Alles als Vorwand auf den Klimawandel! Die Menschen reisen mehr und Deutschland ist Reiseweltmeister. Warnungen vom Tropeninstitut vor jeder Reise zum Reiseland und vor allem Impfungen sind der beste Schutz. Sehr viele Reisende nehmen die Impfungen und Warnungen sowie Infos nicht ERNST.

  • Ich denke da soll mal wieder eine neue Kampagne für den impfwilligen Michel vorbereitet werden. Ich bin überzeugt die Omas gegen rechts scharren bereits mit der Hufe. Andererseits ist es nicht schlecht für das Rentensystem, wenn sich diese Gruppe durch den Einsatz der Impfkampanien deutlich reduziert.

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Alexander Grünstedt