Unfassbar: Dieses Land erhält jetzt ein Atomabkommen

Eine Nachricht, die man angesichts all der Ereignisse in der Welt gegenwärtig kaum für möglich gehalten hätte: Ein neues Land könnte demnächst zur Atommacht werden.

Die Welt hält den Atem an: Die USA haben im Nahen Osten ein neues Abkommen ausgehandelt, und es ist außergewöhnlich.

USA: Neues Atomabkommen mit Saudi-Arabien
Inmitten des eskalierenden Krieges mit dem Iran stärken die USA die Beziehungen zu einem Verbündeten: Mit Saudi-Arabien wurde eine Vereinbarung getroffen, die eine nukleare Zusammenarbeit der beiden Länder ermöglicht. Der brisante Haken: Offenbar enthält das Abkommen keine Schutzklauseln, die Saudi-Arabien daran hindern würden, ein Atomwaffenprogramm zu starten.

Wie die „New York Times“ berichtet, fehlt in dem Abkommen der sogenannte „Gold-Standard“, der Saudi-Arabien die Anreicherung von Uran und die Wiederaufbereitung abgebrannter Brennelemente verbieten würde. Zudem, so schreibt ntv, fehlt das „Zusatzprotokoll“, das der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA) das Recht einräumt, weitreichende und unangekündigte Inspektionen durchzuführen. Stattdessen setzt das Abkommen darauf, Saudi-Arabien in einen engen Vertrag mit der US-Atomindustrie einzubinden.

Verträge kommen amerikanischen Unternehmen zugute
Das Königreich im Nahen Osten soll ausschließlich mit amerikanischen Unternehmen zusammenarbeiten, denen eine Schlüsselrolle beim Aufbau der zivilen Atominfrastruktur Saudi-Arabiens zukommen soll. Andere ausländische Unternehmen dürfen nicht beteiligt werden. Es werden auch US-Unternehmen sein, die eine Urananreicherungsanlage für Saudi-Arabien bauen, sollte ein solcher Schritt durch eine gemeinsame amerikanisch-saudische Studie als gerechtfertigt erachtet werden.

Das Abkommen soll eine Laufzeit von 30 Jahren haben und wird, wie das „Wall Street Journal“ berichtet, sehr wahrscheinlich zu Aufträgen im Wert von mehreren Milliarden US-Dollar führen. Durch die vorgesehene enge Zusammenarbeit soll sichergestellt werden, dass die USA weiterhin Einfluss auf die nukleare Entwicklung Saudi-Arabiens behalten. Dies soll auch verhindern, dass das Programm für militärische Zwecke genutzt wird. Schließlich, wie ntv hervorhebt, erklärte der saudische Kronprinz erst 2018 in einem Interview mit CBS, dass Riad „so schnell wie möglich“ nach Atomwaffen streben werde, wenn der Iran dies tun sollte.

Reaktion des Kongresses ungewiss
Ob der Kongress in Washington die Sache als so sicher unter Dach und Fach betrachtet, bleibt abzuwarten. Sowohl das „Wall Street Journal“ als auch die „New York Times“ weisen darauf hin, dass viele Abgeordnete schon immer gegen eine Ausweitung der Nukleartechnologie in Ländern des Nahen Ostens waren, die historisch gesehen als instabil gelten. Manche könnten daher durchaus Bedenken äußern, dass die Einrichtung eines zivilen Atomprogramms Saudi-Arabien eines Tages in die Lage versetzen könnte, eigene Atomwaffen zu entwickeln.

Sollte das Abkommen jedoch Zustimmung finden, wird erwartet, dass es sehr bald unterzeichnet werden wird.

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Oskar Herbert